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Die Collage zeigt Spielmaterial und das Titelbild aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.

„The Witching Hour“: Wie aus einem Labyrinth ein besonderes Rätselspiel wurde

Es gibt im englischsprachigen Raum immer wieder Spiele, die besonders sehnsüchtig erwartet werden – aktuell gehört dazu ohne Frage „The Witching Hour“, der neueste Titel aus der Werkstatt von PostCurious. Das Unternehmen hat den Begriff der „Puzzletale“ geprägt und vertreibt Spiele, bei denen man anhand von Rätseln durch mystische Geschichten geführt wird. In der Vergangenheit hat sich PostCurious mit Titeln wie „The Emerald Flame“ einen Namen gemacht. Letzteres hat sogar einen festen Platz in meiner ersten Top 5 der Rätselspiele, die jeder gespielt haben sollte. Mit „The Witching Hour“ wird nun aktuell ein weiteres Abenteuer per Kickstarter finanziert, geschrieben und entwickelt von Rebecca Channon. Es war mir eine Ehre, ihr ein paar Fragen zum Projekt stellen zu dürfen. [READ THIS ARTICLE IN ENGLISH]

Während der Corona-Zeit kam Rebecca zu Rätselspielen

Rebecca ist Autorin, kommt aus der englischen Hauptstadt London – und begeistert sich schon seit Jahren für Spiele. „Ich habe mich schon immer für Krimispiele und Kriminalgeschichten und für Brettspiele interessiert“, sagt sie. Zu den Rätselspielen für zu Hause kam sie während der Corona-Pandemie – Rebecca und ich teilen damit die gleiche Geschichte. Denn auch sie wurde in dieser Zeit auf die Facebook-Gruppe „Puzzle People“ aufmerksam. „Von da an hat das Ganze ziemlich schnell eine Eigendynamik entwickelt.“

Nach vielen Spielen hatte sie selbst den Wunsch, ein Rätsel-Abenteuer zu entwickeln. „Ich wollte, dass es in einem Labyrinth spielt, weil ich Labyrinthe liebe“, sagt Rebecca. Die Liebe zu solchen Irrgärten kam auch dadurch zustande, dass sie nah am Hampton Court Palace aufwuchs, einem Schloss im Südwesten Londons. Dort gibt es das älteste noch erhaltene Heckenlabyrinth in Großbritannien – und schon als Kind stellte sich Rebecca mehrmals der Herausforderung.

Spielmaterial aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.
Das Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious soll die spannende Geschichte einer Stadt namens Old Miring erzählen, die von Hexen heimgesucht wird. (Foto: PostCurious)

Die Story von „The Witching Hour“ führt in die Stadt Old Miring

Unabhängig von der Liebe zu Labyrinthen kam ihr für ihr eigenes Spiel auch eine gruselige Geschichte in den Sinn. Denn auch die Geschichte der Hexerei interessierte Rebecca. Beide Ideen wurden zusammengeführt. „Als ich das Labyrinth zu einem unheimlichen Ort machte, stellte ich fest, dass die beiden Ideen wirklich gut zusammenpassten!“ So wurde die Idee für „The Witching Hour“ geboren, das nun das Sortiment von PostCurious erweitern soll.

Die Story entführt die Spieler in das kleine, abgelegene Städtchen Old Miring, einen Ort mit dunklen Geheimnissen. Hier verstecken sich gefährliche Hexen – und zweimal in jedem Jahrhundert beschwören sie ein unheimliches und finsteres Labyrinth herauf. Das Ziel: Ein Kind soll sich im Labyrinth verirren – und damit für immer gefangen genommen werden. „Die Angst, vom Labyrinth verschleppt zu werden, hat dich schon immer gequält. Doch am Vorabend deines sechzehnten Geburtstags musst du dich dieser Angst stellen und das Labyrinth betreten – ganz allein“, heißt es in der Ankündigung.

Spielmaterial aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.
Das tolle Design der Spiele von PostCurious scheint sich auch bei „The Witching Hour“ zu finden. (Foto: PostCurious)

Die Spielmechanik, die die Spieler dabei entdecken, geht aber über die von anderen Rätselspielen hinaus. „The Witching Hour“ wirkt wie eine Kombination aus Rätsel-Abenteuer und Brettspiel. „Die Spieler lösen Rätsel, öffnen Umschläge, lesen nummerierte Karten, um die Geschichte zu erleben, und decken Plättchen auf, um sich durch das Labyrinth zu bewegen“, erklärt Rebecca. Der Großteil des Spiels soll sich auf Spielkarten abspielen, auf denen die Spieler Rätseln und Storyteilen begegnen. Doch dem Spiel liegen auch viele andere Komponenten bei – Dokumente, aber auch Gegenstände, die man im Spiel genau unter die Lupe nehmen muss.

So entwickelte Rebecca das Spiel „The Witching Hour“

Nach der Story und dem eigentlichen Labyrinth entwickelte Rebecca auch nach und nach die Rätsel für ihr Spiel. Die einzelnen Aufgaben sollten dabei perfekt in die Welt des Labyrinths passen, immer einem bestimmten Zweck dienen und vor allem eine Belohnung liefern, wenn man sie gelöst hat. Nach dem Designprozess folgte dann die Phase des Ausprobierens. „Das Wichtigste ist immer, das Spiel zu testen und zu überarbeiten – sehr, sehr oft“, sagt Rebecca. Auch wenn sich die Entwicklung des Spiels so kurz zusammengefasst einfach anhört: Es war ein langer Prozess.

Spielmaterial aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.
Nicht nur Dokumente, auch Objekte wie eine Kette mit Anhänger gehören zum Material von „The Witching Hour“. (Foto: PostCurious)

Nach der Fertigstellung kam der Kontakt mit PostCurious zustande. „Ich hatte ihre Spiele schon lange bewundert, und das Spiel, das ich entwickelt hatte, schien zu ihrem Stil zu passen“, sagt Rebecca. „Also habe ich einfach mein Glück versucht und ihnen ein Dokument mit einer Beschreibung des Konzepts geschickt, um zu sehen, ob sie Interesse hätten. Sie baten um ein Demoexemplar zum Spielen, und damit nahm alles seinen Lauf.“ Für das Lektorat, die Weiterentwicklung des Spiels und die Illustrationen knöpften sich dann noch einmal die Fachleute von PostCurious „The Witching Hour“ vor.

„The Witching Hour“ soll im August 2027 erscheinen

Was daraus geworden ist, können die Spieler bald bestaunen – bis dahin wird es aber noch eine Weile dauern. Denn „The Witching Hour“ wird voraussichtlich erst im August 2027 ausgeliefert. Aktuell läuft die Finanzierung auf Kickstarter, am 29. Oktober soll die Kampagne enden. Das Finanzierungsziel war bereits nach kurzer Zeit erreicht. 15.000 Dollar sollten für die Produktion des Spiels gesammelt werden, über 170.000 Dollar sind es – Stand jetzt – geworden. Das Basisspiel kostet 59 Dollar, kann mit verschiedenen anderen Produkten aus dem Sortiment von PostCurious aber auch erweitert werden.

Um die Wartezeit auf „The Witching Hour“ zu überbrücken, habe ich Rebecca natürlich nach ihren Spiele-Favoriten gefragt. Für sie braucht ein gutes Rätselspiel eine großartige Geschichte, sagt sie. „Und das Gefühl, richtig ins Spiel einzutauchen – idealerweise mit Entscheidungen, die man selbst treffen kann, und einem Mysterium, das es zusätzlich zu den Rätseln zu lösen gilt.“ Sie habe vor allem den Humor von „Ruff Bluff“ geliebt, die Originalität von „Box One“, die Welt von „Witchery Spell“ und die Mythologie von „Tale of Ord“. Aber: Rebecca empfiehlt auch Spiele der amerikanischen Deadbolt Mystery Society und die Reihe „Chronicles of Crime“, denn da könne man gut in andere Welten eintauchen.

Spielmaterial aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.
„The Witching Hour“ verspricht eine Spielzeit von mindestens fünf Stunden. (Foto: PostCurious)

Ein Tipp für alle, die selbst ein Spiel entwickeln wollen

Und wer nun Lust hat, mal selbst ein Rätselspiel zu entwickeln, für den hat Rebecca vor allem einen Tipp: Einfach machen! „Es macht so viel Spaß, sie zu entwickeln und zu gestalten – warum sollte man es also nicht tun?“, sagt sie. „Am besten entwickelt man zum Einstieg eines für einen Freund. So ist der Druck geringer, man hat automatisch einen Testspieler und einen konkreten Termin, zu dem es fertig sein muss!“ Man versuche sonst endlos, alles perfekt zu machen. Obwohl es viel wichtiger ist, überhaupt etwas fertigzustellen und es in die Welt der Rätselspiele zu bringen.

Apropos: Was kommt eigentlich nach „The Witching Hour“? „Ich arbeite gerade an ein paar Dingen, aber mehr verrate ich nicht“, sagt Rebecca. Nicht nur die Hexen von Old Miring haben also scheinbar ihre Geheimnisse …

Die Collage zeigt Spielmaterial und das Titelbild aus dem Spiel „The Witching Hour“ von PostCurious.

Alle Infos zur Kampagne
von „The Witching Hour“

Titel: The Witching Hour
Anbieter: PostCurious, USA
Format: Spiel-Box mit Material
Genre: Abenteuer, Mystery
Kampagnenstart: 29. September 2026
Kampagnenende: 29. Oktober 2026
Funding-Ziel: 15.000 US-Dollar
Preis für das Basis-Spiel: 59 Dollar (rund 53 Euro)
Auslieferung geplant: August 2027
Weitere Infos auf der Kickstarter-Seite

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