Das Krimispiel „Death of a Fool“ gehört zum Portfolio der amerikanischen Deadbolt Mystery Society und kam im Juni 2025 auf den Markt, gehört also zu den neueren Titeln des Unternehmens. Es handelt sich um ein Krimispiel mit Rätseln, das in einem sehr ungewöhnlichen Setting spielt: auf einem Mittelalterfest. Für diesen Test habe ich das Spiel unter die Lupe genommen.
Wahrlich, im Reiche der Krimispiele gewahret man allenthalben aufs Neue, dass gar schändliche Mordtaten an jedwedem Orte unter Gottes weitem Himmel geschehen mögen! Oh, entschuldigt bitte, ich war wohl noch zu sehr in der Welt dieses Spiels gefangen. Ich versuche es noch einmal: In der Welt der Krimispiele sieht man immer wieder, dass Morde einfach an allen Orten möglich sind. Puuh, das hört sich besser an! Ob im Dschungel von Sri Lanka, im ägyptischen Museum oder im Schloss von Cinderella: Getötet wird überall.
Aber: Auf einen Mittelaltermarkt hat mich ein Rätselspiel tatsächlich noch nie entführt. „Death of a Fool“ war für mich nach etlichen gelösten Krimispielen mal wieder eine neue Herausforderung. Ein Setting, dem ich eigentlich nicht viel abgewinnen kann, das mich aber trotzdem bestens unterhalten hat. Das Spiel der Deadbolt Mystery Society beweist Humor – und hat trotzdem meine Hirnwindungen zum Glühen gebracht. So folget mir denn, ihr wackeren Leut’, in die Welt von „Death of a Fool“! In dieser Schrift sollt ihr erfahren, welch Dinge an diesem Spiele mein Herz erfreuten und welche Schwächen es zu meinem Leidwesen birgt. Wohlan!
Story: Ausgerechnet der Hofnarr stirbt einen tragischen Tod
„Death of a Fool“ nimmt die Spieler mit auf das alljährliche „Renaissance Festival“ im Städtchen Valley Falls. Nach vielen komplizierten Fällen wollen wir uns dort mal eine Auszeit gönnen, aber es ist, wie es ist: Als wir uns gerade entspannen wollen, wird Dopey, der Hofnarr, von den Mauern der Burg auf dem Festgelände gestürzt. Für seinen Tod könnte jeder verantwortlich sein, denn mit seinen Scherzen hat sich der Kollege leider nicht nur Freunde gemacht. War es Garfield Dawson, der beim Festival als dunkler Magier seine Runden dreht? Hat Lautenspielerin Kelly Montemurro etwas damit zu tun? Oder hat doch Felix Chandler, der König des Mittelalterfestes, seine Finger im Spiel?

Spielmechanik: Klassischer Deadbolt-Krimi mit Variationen
„Death of a Fool“ nutzt die Mechanik, die auch bei anderen Spielen der Deadbolt Mystery Society zum Einsatz kommt: Zum Spiel gehören allerlei Dokumente, manche sind mit QR-Codes versehen. Werden diese eingescannt, öffnet sich normalerweise eine Website, auf der die Lösung des zugehörigen Rätsels – also beispielsweise ein Lösungswort oder eine Zahlenkombination – eingegeben werden muss. Interessant bei „Death of a Fool“: Die Eingabe der Lösung bekommt bei fast jedem einzelnen QR-Code einen gewissen Twist und entspricht nicht dem Standard, den ich bisher von der Deadbolt Mystery Society kenne. Nur ein einziges Mal wird wirklich ein Lösungswort eingegeben. Das ganze Prozedere hat sich für mich als „Kenner“ dadurch erfrischend neu angefühlt.

Auch der Aufbau von „Death of a Fool“ ist interessant. Das Spiel teilt sich eigentlich in zwei Bereiche auf. Einer der Bereiche besteht aus vier einzelnen Rätseln, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden können. Der andere Bereich besteht aus einem großen, mehrstufigen, linearen Rätsel. Am Ende jeder gelösten Aufgabe bekommt man jeweils Informationen, die dafür sorgen, dass man bestimmte Verdächtige von der Liste der möglichen Täter streichen kann. Der deduktive Faden zieht sich somit durch das gesamte Spiel. Nach dem Ermitteln des Täters wartet dann noch ein spannendes kleines Finale.
Material: Schön gemacht mit minimalen Schwächen
Das Spielmaterial ist wie immer sehr hübsch gestaltet und weist eine einheitliche Linie auf, die sehr gut zum Setting passt. Hier und da hätte man es sicher noch etwas praktischer machen können. Das klassische Briefing am Anfang des Spiels ist beispielsweise etwas doof gelayoutet – hier wird als Hintergrund ein recht sperriges Bildelement verwendet, was dann dafür sorgt, dass die Schrift des eigentlich wichtigen Textes am Ende sehr klein ausfällt. An anderen Stellen, etwa beim Plan des Mittelalterfests, sieht man dann aber wieder, wie viel Liebe zum Detail hier investiert wurde.
Etwas schade finde ich, dass dieses Spiel ausschließlich auf Papier setzt. Ich freue mich immer, wenn es auch ein physisches Element in solchen Spielen gibt, das beim Rätseln eingesetzt werden muss. Beim Thema des Mittelaltermarktes hätte es ganz bestimmt Möglichkeiten gegeben, das Spielerlebnis damit noch etwas aufzupeppen.

Rätsel: Passend zum Setting, aber wenig abwechslungsreich
Die Rätsel haben mich bei „Death of a Fool“ leider nicht hundertprozentig überzeugt. Das liegt aber nicht daran, dass sie an sich schlecht wären – sie sind mir einfach zu wenig abwechslungsreich. Drei der vier Aufgaben in dem nicht linearen Bereich des Spiels sind beispielsweise Logikrätsel, bei denen es darum geht, anhand von bestimmten Regeln Dinge zuzuordnen. Das vierte ist ein Rätsel, das ich schon aus meiner Kindheit kenne – es passt zwar super ins Setting, hat sich aber zumindest für mich wenig originell angefühlt. Der zweite Bereich – das lineare, mehrstufige Rätsel – hat mich da schon mehr überzeugt, da es wesentlich mehr Abwechslung bietet. Hier erwarten den Spieler mehrere Aufgaben, bei denen es darum geht, verschlüsselte Botschaften zu knacken – typisch Deadbolt Mystery Society! Den Schwierigkeitsgrad würde ich im mittleren Bereich einordnen.
Fazit: Ein sehr gutes Spiel mit kleinen Abzügen
„Death of a Fool“ ist ein Spiel in der üblichen Qualität der Deadbolt Mystery Society und hat mir – wie die meisten Titel aus der Werkstatt des Unternehmens – großen Spaß gemacht. Allerdings gehört es für mich nicht unbedingt zu den stärksten Spielen der DMS. Gefallen haben mir das erfrischend andere Setting und die Tatsache, dass es die kreativen Köpfe einmal mehr geschafft haben, den Aufbau des Spiels zu etwas Besonderem zu machen. Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch der eingebaute Humor. Die typischen Figuren, die man auf Mittelaltermärkten findet, und ihre schon nerdige Begeisterung für das Thema werden hier wirklich hübsch aufs Korn genommen.
Ein physisches Element und etwas mehr Abwechslung zwischen den Logikrätseln hätten dem gesamten Erlebnis noch etwas mehr Pfiff verliehen. Um es klar auf den Punkt zu bringen: Wer da Lust verspüret, finstre Missetaten mit Scharfsinn zu ergründen, wer sich nach einem Schauplatz fern der gewohnten Pfade sehnet und auf den Märkten des Mittelalters zwischen Gauklern und Spielleuten lustwandelt, der gebe „Death of a Fool“ bei meiner Treu eine Chance!

Ergänzende Anmerkungen: „Death of a Fool“ gibt’s als Download
„Death of a Fool“ gehörte zum Krimi-Abo der Deadbolt Mystery Society und ist in physischer Form nicht mehr erhältlich. Das Spiel gibt es aber zum Download im Etsy-Shop des Unternehmens. Druckt es euch aus oder spielt es digital auf einem Tablet – und freut euch dabei darüber, dass ihr das Mittelalter-Abenteuer nicht nur günstiger bekommt, sondern obendrein Versandkosten und Zoll sparen könnt.
Für wen ist das Spiel „Death of a Fool“ geeignet?
- Spieler, die mal einen Krimi mit einem neuen Setting erleben wollen.
- Fans der Deadbolt Mystery Society, die die gewohnte Qualität der Krimispiele schätzen.
- Fans von Mittelaltermärkten, die solche Feste mal mit anderen Augen betrachten wollen.
- Rätsel-Fans, die auf Logikaufgaben, Verschlüsselungen und Deduktion stehen.
- Nicht geeignet für Spieler, denen drei umfangreiche Logikrätsel zu viel des Guten sind.

Bewertung und Infos zu
„Death of a Fool“
Titel: Death of a Fool
Anbieter: Deadbolt Mystery Society, USA
Genre: Krimi, Abenteuer
Sprache: Englisch
Spieldauer: 90 bis 120 Minuten
Schwierigkeit: mittel
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: rund 16 Euro
Erhältlich im Etsy-Shop der DMS
Gesamtwertung: 4,1 von 5 Sternen
Urteil: Sehr gutes Spiel!
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