Bei Puzzle Hamster nehme ich regelmäßig Rätselspiele, Krimispiele und Escape-Room-Spiele unter die Lupe, hauptsächlich aus dem englischsprachigen Raum, aber auch aus Deutschland. Unter jedem Review findet sich eine Wertung nach Punkten und dazu passend ein Gesamturteil. Aber: Wie kommen diese Bewertungen zustande und wie bewerte ich Rätselspiele und Escape-Room-Games? Hier kommt die Erklärung.
Bei Puzzle Hamster möchte ich allen, die sich für Krimispiele, Rätselspiele und Escape Rooms für zu Hause interessieren, meine Sammlung öffnen. Vielleicht findet ihr ja das eine oder andere Spiel, das ihr noch nicht kanntet, und seht, dass es sich lohnen kann, dem eigenen Englisch zu vertrauen und einen Blick über den Tellerrand in den englischsprachigen Raum zu werfen. Jedes meiner Reviews ist mit einer Bewertung versehen, die eine Aussage darüber treffen soll, wie gut mir persönlich das Spiel gefallen hat. Hier erkläre ich euch, wie ich bewerte.
Als ich anfing, in Vorbereitung dieses Blogs erste Spiele-Reviews zu schreiben, fiel es mir schwer, für jedes der Abenteuer eine Anzahl an Sternen festzulegen. Denn jedes Spiel ist unterschiedlich. Wie soll man etwa ein Abenteuer wie „Box One“ von Neil Patrick Harris mit den Fällen der Deadbolt Mystery Society vergleichen? Und wie bringt man „The Vandermist Dossier“, „The Case of the Curiously Correct Blueprints“ und „Madok’s Lost Treasure“ auf eine Wellenlänge? Sie alle gehören für mich demselben Genre an: Es sind Spiele, bei denen man Rätsel löst. Und doch ist es sehr schwer, sie einheitlich zu bewerten. Jeder, der schonmal versucht hat, etwas aus seinem persönlichen Interessengebiet zu ranken, der weiß, dass man unterschiedliche Dinge oft sehr schwer vergleichen kann.
Ich habe mir deshalb ein System überlegt und gebe den Spielen in insgesamt neun verschiedenen Bereichen jeweils zwischen 1 und 5 Punkten. Es sind Kategorien, die mir persönlich besonders wichtig sind, wenn ich solche Spiele spiele. Aus allen neun Bereichen wird dann am Ende ein Mittelwert gebildet, der auf eine Stelle nach dem Komma auf- oder abgerundet wird. Das Ergebnis schlägt sich in der Sternebewertung nieder, die ihr unter den Reviews findet. Im Folgenden möchte ich kurz die einzelnen Kategorien erklären, damit ihr mein System besser versteht.
Die Kategorien: Hier vergibt der Puzzle Hamster Punkte
Bei den Rätseln geht es um Lösbarkeit, Vielfalt und Spaßfaktor
LÖSBARKEIT DER RÄTSEL. In dieser Kategorie schaue ich mir an, wie gut lösbar und logisch die Rätsel erscheinen. Sind sie nachvollziehbar und mit Hinweisen oder Anspielungen versehen, damit man auf einen Lösungsweg kommt? Sind sie logisch erklärbar, nachdem man die Lösung kennt? Oder geht es darum, die Logik des Erstellers zu verstehen?
VIELFALT DER RÄTSEL. Handelt es sich bei dem Spiel um eine Aneinanderreihung von Entschlüsselungsaufgaben nach immer demselben Muster? Muss ich bei jeder einzelnen Aufgabe etwas berechnen? Oder bietet das Spiel eine abwechslungsreiche Mischung verschiedener Rätsel, damit ich mich bis zum Schluss gut unterhalten fühle?
SPASSFAKTOR DER RÄTSEL. Ein nicht zu unterschätzender Punkt: Macht es wirklich Freude, die Rätsel zu lösen? Manchmal enthalten Spiele Aufgaben, bei denen ein Text entschlüsselt werden muss. Eine Geheimschrift zu entziffern, mag bei einem oder zwei Sätzen spannend sein. Allerdings hatte ich es auch schon, dass mehrere A4-Seiten voller Text entschlüsselt werden mussten. Da hört auch bei meinem liebsten Hobby im wahrsten Sinne des Wortes der Spaß auf.

Beim Material müssen Design, Vielfalt und Qualität überzeugen
DESIGN DES MATERIALS. Hier bewerte ich, wie viel Kreativität in die Gestaltung der Spielunterlagen geflossen ist. Die meisten Rätselspiele basieren auf Papier – und das kann man entweder mit viel Liebe oder wie ein Arbeitsblatt aus dem Schulunterricht gestalten. Sind die verschiedenen Designelemente überzeugend? Sieht ein Blatt Papier, das aus einem Detektivbüro der 20er-Jahre stammen soll, auch wirklich so aus? Oder wurde die Weinbestellung aus einem alten Schloss in Frankreich in der Schriftart Comic Sans gestaltet? Diese Kategorie ist mir persönlich besonders wichtig. Ich erwarte bei einem guten Spiel, dass das Design zum Setting der Geschichte passt.
VIELFALT DES MATERIALS. Krimi- und Escape-Room-Spiele bestehen in den meisten Fällen aus Papier: Blätter, Karten und Pappen. Handelt es sich nur um eine Ansammlung von A4-Blättern? Oder wurde Wert darauf gelegt, vermeintlich edlere Dokumente auch auf hochwertigerem Papier zu drucken? Sind vielleicht sogar kleine Gegenstände enthalten, die beim Lösen der Rätsel benutzt werden müssen? All das fließt hier in die Bewertung ein.
QUALITÄT DES MATERIALS. Natürlich soll sich ein Spiel auch gut anfühlen – es gibt nichts Schöneres als tolles Spielmaterial, mit dem man gern hantiert. Hier stelle ich mir die Frage: Wie gut ist die Verarbeitung der Papierkomponenten? Ist der Druck überzeugend? Sind Gegenstände, die dem Spiel beiliegen, hochwertig? Es geht aber auch darum, wie gut und benutzerfreundlich Online-Komponenten gestaltet sind, die das Spiel ergänzen.
Story, Spaßfaktor und Preis runden jede Bewertung ab
STORY. Ist die Geschichte verständlich, und sind die Dinge, die passieren, auch wirklich logisch? Ist sie vorhersehbar oder gibt es unvorhergesehene Wendungen, die den Spieler überraschen? Damit man wirklich in eine Geschichte hineingezogen wird, braucht es eine fesselnde Story – und eine, die verständlich und sinnvoll ist.
SPASSFAKTOR INSGESAMT. Das ist meine ganz persönliche Wertung für die Freude, die ich am Spiel hatte. Denn manchmal sind Rätsel, Material und Story alles andere als herausragend, aber trotzdem macht das Spiel aus unerfindlichen Gründen großen Spaß. In diese Wertung fließt das Gefühl ein, das ich unmittelbar nach dem Spielen hatte. Was bleibt hängen? Wie gut war der Nachmittag, den mir der jeweilige Titel beschert hat?
PREIS-LEISTUNG. Ein Faktor, der mich als Sammler eher weniger interessiert, den ich aber trotzdem mit einfließen lassen wollte. Denn seien wir ehrlich: Bei zwei vergleichbaren Produkten entscheidet am Ende oft der Preis darüber, welches von beiden ich kaufe. Und für jemanden, der nicht regelmäßig solche Spiele spielt, macht es einen Unterschied, ob ich für ein zweistündiges Abenteuer 30 Euro bezahle oder für ein Spiel, das nur eine Stunde dauert, 50 Euro ausgeben soll. Hier versuche ich, Preis und Qualität des Spiels in einer Bewertung zusammenzuführen.
Alle Punktzahlen führen am Ende zur Gesamtwertung
Alle Punkte der Spiele, die ich spiele, speise ich in eine Excel-Tabelle ein, die mir dann für jedes Spiel einen Mittelwert berechnet. Diesen Mittelwert runde ich nach den gängigen mathematischen Regeln auf eine Nachkommastelle auf oder ab. Ihr findet ihn im Info-Kasten unter jedem Spiel. Zusätzlich versehe ich dann jedes Spiel mit einem von sieben Begriffen, der die Wertung mit einem Wort zusammenfassen soll.
- WELTKLASSE: 5,0 bis 4,9 Punkte.
- GROSSARTIG: 4,8 bis 4,6 Punkte.
- SEHR GUT: 4,5 bis 4,1 Punkte.
- GUT: 4,0 bis 3,6 Punkte.
- SOLIDE: 3,5 bis 3,1 Punkte.
- GEHT BESSER: 3,0 bis 2,5 Punkte.
- NAJA …: 2,4 bis 0 PUNKTE.
Disclaimer: Auch mein System ist nicht der Weisheit letzter Schluss
Wie genau man die einzelnen Titel bewertet, ist natürlich Geschmackssache. Und tatsächlich werfen die Bewertungen manchmal sogar Fragen auf. Das klassische Beispiel ist „The Vandermist Dossier“, ein Krimispiel, das ohne Frage zu den Top 5 meiner Sammlung gehört (hier geht es zum Review). Es ist einfach großartig und würde bei einer Einschätzung ohne Rechnerei von mir glatte fünf von fünf Sternen bekommen. Allerdings muss ich hier Punkte dafür abziehen, dass das Spiel aktuell rund 70 Euro kostet. Es gibt einfach Krimispiele, die günstiger sind und sogar eine längere Spieldauer bieten. Das muss sich in der Bewertung niederschlagen.
Noch dazu ist niemand davor gesichert, in eine solche Bewertung auch individuelle Stimmungen einfließen zu lassen, auch wenn man es vermeiden möchte. Simples Beispiel: Manchmal ist das Gehirn einfach nicht in Form, weshalb ich ein Rätsel plötzlich unlösbar finde, obwohl es an einem anderen Tag ein Kinderspiel gewesen wäre. Nur kann ich für meine Tests ja nicht ein Spiel an fünf Tagen hintereinander spielen. Deshalb kann meine Bewertung auch nur eine grobe Orientierung für alle sein, die selbst tolle Spiele suchen. Probiert sie am besten selbst aus – und wenn ihr einen völlig anderen Eindruck hattet als ich, schreibt mir gern, ich freue mich auf den Austausch!

Leicht zu begeistern: Nur wenige Spiele gefallen mir nicht
Eine Sache möchte ich zum Abschluss noch erwähnen. Ob bei Filmen, Spielen oder Büchern: Ich bin ein Mensch, der sich eigentlich leicht begeistern lässt. Die Dinge, die ich konsumiere, konsumiere ich deshalb, weil sie mich glücklich machen – alles andere wäre schließlich auch ziemlich daneben. Deshalb halte ich die meisten Spiele für einen echten Gewinn. Ich bewerte sehr wohlwollend und bin gespannt, ob es in Zukunft jemals vorkommen wird, dass ein Spiel von mir weniger als drei Sterne bekommt. Und das ist auch nicht schlimm. Denn Puzzle Hamster ist und bleibt mein Blog.
Jede Bewertung gibt wieder, was ich beim Spielen erlebt habe und wie ich Material, Rätsel und Story empfunden habe. Bei euch kann das natürlich ganz anders sein. Ein Spiel, das ich mit 3,8 Sternen bewertet habe, kann für euch eine glatte 5 sein – und das, was bei mir eine 5 ist, bekommt von euch vielleicht gerade einmal vier Sterne. Trotz des Versuchs, ein verlässliches Bewertungssystem aufzubauen, wird es immer unterschiedliche Meinungen und verschiedene Sichtweisen geben. Schreibt mir gern jederzeit, was ihr von den Spielen haltet und ob ich zu kritisch oder zu unkritisch war. Ihr erreicht mich per Mail unter hallo@puzzle-hamster.de oder über das Kontaktformular auf meiner Homepage. Ich freue mich darauf, mit anderen Puzzle-Fans ins Gespräch zu kommen!



