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Das Buch „Secrets in the Swamp“ ist in einer Sumpflandschaft zu sehen, im Hintergrund schaut eine haarige Figur hinter einem Baum hervor.

Rätselbuch „Secrets in the Swamp“: Knifflige Jagd auf den Stinke-Affen

Das Buch „Secrets in the Swamp“ von Rebecca Channon und Christine Little ist ein kleines, handgemachtes und sehr kniffliges Abenteuer mit einer fantasievollen Geschichte. Es ist auch in Deutschland leicht zu bekommen, denn das besondere Rätselheft ist über Amazon bestellbar und wird per Print-on-Demand produziert. Ich bin in die Sümpfe gereist und habe das Spiel getestet.


Ein Grund, warum ich die englischsprachige Rätsel-Community so liebe, ist dieser: Man findet natürlich professionell produzierte Spiele von großen Firmen mit viel Geld, Personal und einem riesigen Vertriebsnetzwerk. Aber ein großer Teil der Titel in meiner Spielesammlung kommt von kleinen Entwicklern. Diese Rätselspiele sind handgemacht und mit viel Liebe gestaltet. Für so kleine Produktionen, die ich in Deutschland bisher selten finden konnte, habe ich ein Herz.

Als ich von „Secrets in the Swamp“ hörte, landete das Buch deshalb innerhalb von Minuten in meinem Amazon-Warenkorb. Mit einer der Autorinnen – Christine Little – hatte ich vor Jahren schon einmal Kontakt, als wir uns im Rahmen eines Brieffreunde-Projektes gegenseitig Rätsel schickten. Inzwischen hat sie mehrere eigene Spiele herausgebracht und ich habe mich sehr gefreut, das Buch in den Händen zu halten. Lest hier, ob sich die knifflige Reise in die Sümpfe gelohnt hat und was sich hinter diesem Abenteuer verbirgt.

Inhalt: In „Secrets in the Swamp“ suchen wir den Stinke-Affen

„Secrets in the Swamp“ dreht sich um die Legende des „Skunk Ape“ (Stinktier-Affe), eines mystischen Wesens, das in den Wäldern und Sümpfen von Florida sein Unwesen treiben soll. Als Spieler sind wir während des Studiums an der Gainsville University der „Florida Skunk Ape Society“ beigetreten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Stinke-Affen zu erforschen. Doch plötzlich wird Mercy Tuckerfield, die Präsidentin des Clubs, vermisst. Hat sie sich etwa allein auf den Weg in die Sümpfe gemacht, um den Skunk Ape zu finden? Noch merkwürdiger ist, dass sie uns ihr Tagebuch voller wirrer Notizen hinterlassen hat. Die Aufzeichnungen scheinen voller Rätsel zu stecken, denen wir nun auf den Grund gehen. Wird es uns gelingen, Mercy zu finden – und was hat es mit dem sagenumwobenen Fabelwesen auf sich?

Das aufgeklappte Buch „Secrets in the Swamp“ liegt auf einem Tisch.
Think outside the Box: Im Rätselbuch „Secrets in the Swamp“ muss man an einigen Stellen ordentlich um die Ecke denken.

Spielmechanik: Ein Tagebuch voller verwirrender Notizen

Das Buch „Secrets in the Swamp“ ist in zwei große Kapitel unterteilt, das erste Kapitel enthält die Notizen von Mercy – rund 30 Seiten mit Aufzeichnungen, Fotos, Karten und anderen Beweisstücken, in denen zahlreiche Rätsel versteckt sind. Sie können in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Alle Lösungen fügen sich dann zu einem sehr umfangreichen und mehrstufigen Meta-Rätsel zusammen. Ziel des Kapitels ist es, eine dreistellige Kombination herauszufinden, mit der im Rahmen der Story eine kleine Metallkiste geöffnet werden kann.

In dieser finden wir dann weitere Aufzeichnungen, die uns in Kapitel zwei hoffentlich zu Mercy und der Lösung des Rätsels um den Skunk Ape führen. Auf dem Weg gibt es außerdem Rätsel, die im reinen Lösungsprozess eigentlich keine Rolle spielen, uns aber Informationen rund um den Stinke-Affen geben und deren Lösungen damit wesentlich zur Geschichte beitragen. Hinten im Buch ist ein Kapitel mit Hinweisen in mehreren Stufen enthalten – und es gibt einen analogen Lösungs-Checker, mit dem man die Lösungen der Kapitel überprüfen muss, bevor das Spiel nach Kapitel 1 fortgesetzt und nach Kapitel 2 beendet werden kann. Eine Internetverbindung ist somit nicht nötig, um das Spiel zu spielen, was es perfekt macht, wenn man zum Beispiel gerade in den Sümpfen von Florida unterwegs ist.

Rätsel: „Secrets in the Swamp“ ist ein Spiel für Code-Knacker

Als ich das Buch aufgeschlagen habe, hatte ich kurzzeitig vor allem ein Gefühl: Verzweiflung. Denn beim ersten Kapitel handelt es sich um die Notizen von Mercy – und die sind auf den ersten Blick wirklich chaotisch. Doch wenn man sich einmal eingearbeitet hat, entdeckt man schnell einen roten Faden und kann den Tagebuchseiten nach und nach ihre Geheimnisse entlocken. Von der Schwierigkeit her fand ich die Aufgaben schon recht knifflig und habe hier und da eine Weile überlegen müssen. Die Sprache spielt eine wichtige Rolle, allerdings hat mein Englisch vollkommen ausgereicht und ich fand alles sehr gut lösbar. Nur an einer Stelle musste ich einen Blick ins Kapitel mit den Hinweisen werfen. Gegen Ende bin ich auf eine kleine Ungenauigkeit gestoßen, die ich den Autorinnen gemeldet habe – möglich, dass es sich um einen Fehler aus dem Druckprozess handelt. Mit einer gewissen Toleranz kam ich aber trotzdem zum Ziel.

Eine Codescheibe in Form einer Seerose aus dem Buch „Secrets in the Swamp“ liegt auf dem aufgeklappten Buch.
Eine der schönsten Code-Scheiben aller Zeiten: In „Secrets in the Swamp“ bastelt man eine Seerose. Für dieses Foto habe ich sie allerdings absichtlich falsch zusammengebaut, damit das Bild spoilerfrei bleibt.

In „Secrets in the Swamp“ geht es vor allem darum, Codes zu knacken und versteckte Botschaften zu entschlüsseln. Wer so etwas liebt, wird hier seine Freude haben! Die einzelnen Mechaniken sind sehr unterschiedlich und geben teilweise bekannten Prinzipien einen neuen Twist. Einige habe ich so noch nirgendwo gesehen. Es findet sich im Buch aber auch ein sehr schönes haptisches Rätsel, für das man eine Kleinigkeit basteln muss – hier braucht es aber auch Fingerspitzengefühl und eine gute Schere! Sehr gut gefallen hat mir auch ein Wortspiel-Rätsel in Kapitel 2. Wirklich überrascht hat mich auch das Ende von Kapitel 1. Hier bekommt der Rätselflow plötzlich einen ganz bestimmten Drive, das Buch läuft zu Höchstform auf und es gibt gleich mehrere spannende Aha-Effekte.

Design: Liebevoll gemachtes Abenteuer mit kleinen Schwächen

Das Design hat hier und da kleine Schwächen – man sieht einfach, dass es sich bei „Secrets in the Swamp“ nicht um ein Projekt von einem Unternehmen handelt, in dem eine eigene Grafikabteilung sitzt. Mal ist eine Design-Idee nicht konsequent durchgezogen, mal ist ein grafisches Element etwas verrutscht. Vor allem aber ist es sehr schwierig, echt wirkende handschriftliche Dokumente zu erstellen, wenn man auf Computer-Handschriften setzt. Die ausgewählte Schriftart für Mercys Notizen ist aus meiner Sicht nicht überzeugend. Da gibt es für mehr Realismus inzwischen schon wesentlich bessere Fonts. Mit ein paar Kniffen hätte man das Design also noch realistischer machen können.

Nichtsdestotrotz steckt das Buch voller schöner Ideen – und gerade die Tatsache, dass es eben nicht perfekt ist, macht es für mich charmant. Man sieht in jedem Fall, wie viel Liebe und Mühe darin steckt – und das bringt mein Herz trotz Schwächen zum Hüpfen. Hervorheben möchte ich die Druckqualität: Die fand ich viel, viel besser als bei anderen Büchern, die per Print-on-Demand hergestellt werden. Der Einband ist nicht aus diesem ekelhaften, matten, rauen Material, das ich so unfassbar hasse, weil man darauf immer sofort fettige Fingerabdrücke sieht. Er wurde auf Hochglanz getrimmt. Auch das etwas größere Format des Buches (20 mal 25 Zentimeter) hat mir gefallen.

Das aufgeklappte Buch „Secrets in the Swamp“ liegt auf einem Tisch.
Um im Buch weiterzukommen, muss man an zwei Stellen dreistellige Codes errätseln. Weiterlesen darf man erst, wenn diese stimmen.

Fazit: „Secrets in the Swamp“ macht Spaß und ist wirklich knifflig

„Secrets in the Swamp“ ist ein kleines, gut konstruiertes und ziemlich kniffliges Rätselabenteuer mit einer coolen Geschichte und schwierigen, aber lösbaren Aufgaben. Trotz kleiner Schwächen hat es mir sehr viel Spaß gemacht und mich gute zwei Stunden beschäftigt. Ich würde es vor allem Rätselfans empfehlen, die schon etwas Erfahrung haben. Denn man wird vor allem im ersten Kapitel nicht anhand einer festen Route durch das Buch geführt und sollte schon einen Blick für Rätsel haben. Alle, die sich durchbeißen, werden aber belohnt – am Ende des ersten Kapitels mit einer wirklich tollen Folge an Entdeckungen und am Ende des zweiten Kapitels mit einem schönen Story-Abschluss. Zumindest, wenn man auf dem Weg nicht in den Sümpfen verloren gegangen ist.

Bewertung Puzzle Hamster Sehr gut

Ergänzende Anmerkungen: Diese Namen sollte man kennen

Die Namen der Autorinnen Christine Little und Rebecca Channon sind auf jeden Fall zwei, die man als Fan englischsprachiger Rätselspiele kennen sollte. Christine Little hat bereits mehrere Spiele auf den Markt gebracht, zuletzt erschien das in der Szene bejubelte „Squirrels Gone Wild“, das sie zusammen mit Spencer Beebe entwickelt hat. Es befindet sich, wenn dieser Artikel erscheint, noch auf meinem „Pile of Shame“ der ungespielten Spiele – und nach „Secrets in the Swamp“ freue ich mich noch mehr darauf. Rebecca Channon hingegen hat eines der Spiele entwickelt, auf die Rätsel-Fans gerade vermutlich am meisten warten: Von ihr stammen Design und Story der neuen Puzzletale „The Witching Hour“ von PostCurious (mehr dazu findet ihr in meiner News-Rubrik).

Für wen ist das Rätselbuch „Secrets in the Swamp“ geeignet?

  • Spieler, die sich für Fabelwesen und Kryptozoologie interessieren.
  • Rätsel-Fans mit etwas Erfahrung und einem Blick für knifflige Codes.
  • Alle, die ein Abenteuer suchen, für das es kein Internet braucht.
  • Jeden, der mal sehen will, wie schön liebevoll handgemachte Rätselabenteuer sein können.
  • Nicht geeignet für Spieler, die nicht gut mit einer Schere umgehen können.
Das Buch „Secrets in the Swamp“ ist in einer Sumpflandschaft zu sehen, im Hintergrund schaut eine haarige Figur hinter einem Baum hervor.

Bewertung und Infos zu
„Secrets in the Swamp“

Titel: Secrets in the Swamp
Autor: Rebecca Channon und Christine Little
Genre: Abenteuer, Fantasy, Mystery, Rätselbuch
Sprache: Englisch
Spieldauer: 2 bis 3 Stunden
Schwierigkeit: mittel bis schwer
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 2
Preis: 16,68 Euro
Erhältlich per Print-on-Demand bei Amazon
Gesamtwertung: 4,4 von 5 Sterne
Urteil: Sehr gutes Spiel!

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