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Das Spiel „The Fifth Column“ steht an einem belebten Bahnhof in New York im Jahr 1945 auf einem Stapel Koffer.

„The Fifth Column“ im Test: Dieses Rätselspiel hat mich völlig umgehauen

„The Fifth Column“ ist ein Abenteuerspiel aus dem Sortiment von Puzzling Pursuits aus Kalifornien in den USA. Das Spiel, das gegen Ende des Zweiten Weltkrieges spielt, ist einer der alleinstehenden Titel des Unternehmens und befasst sich mit einer Nazi-Verschwörung, die einen Angriff auf New York starten will. Ich habe das Spiel getestet und verrate euch, was es zu einem wahren Meisterwerk macht.


Wenn man sich besonders intensiv mit einem Thema beschäftigt, dann kommt man irgendwann an den Punkt, wo einen eigentlich nichts mehr wirklich überraschen kann. Beispiel Escape Rooms: Während ich in meinen ersten Räumen noch staunte, wenn sich die Rückseite eines Kleiderschranks als geheime Tür entpuppte oder sich plötzlich der Kamin zur Seite schob, um einen Durchgang freizugeben, braucht es mehr als 200 Spiele später schon etwas mehr, um mich in einem Raum ausflippen zu lassen. So ist es auch bei Rätselspielen: Viele Mechaniken habe ich gesehen, viele Codes geknackt, viele Papier-Tricks durchschaut. Umso schöner ist es, wenn es aber plötzlich doch passiert – und mir beim Rätseln förmlich die Kinnlade auf den Tisch knallt.

„The Fifth Column“ von Puzzling Pursuits aus den USA hat es geschafft: Das Abenteuerspiel, das im Jahr 1945 in Amerika spielt, hat mich vollkommen fassungslos zurückgelassen. Ich habe schon eine Top 5 der Rätselspiele, die jeder gespielt haben sollte, veröffentlicht – doch wenn es eine Neuauflage dieses Formates gibt, wird dieses Spiel dort mit hundertprozentiger Sicherheit zu finden sein. Warum? Das lest ihr in diesem Review. Ich verrate euch, was dieses Abenteuer so besonders macht und ob ich die Nazi-Verschwörung aufhalten konnte.

Ein Ausweis aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges liegt auf einem Tisch, darunter ist ein Stadtplan von New York zu sehen.
Einer der Männer der Verschwörung „The Fifth Column“ wurde festgenommen, eine Aktentasche mit Dokumenten beschlagnahmt. Führen sie zu den Plänen der Gruppe?

Story: Verschwörung im New York des Jahres 1945

Sommer 1945: Der Zweite Weltkrieg ist beendet, die Nazis sind besiegt. Doch leider gibt es ein Problem: Eine kleine Gruppe, die sich selbst den Titel „The Fifth Column“ gegeben hat, hat es geschafft, die Alliierten zu infiltrieren. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat davon Wind bekommen und weiß, dass die Gruppe einen Angriff auf New York plant, um das Herz der USA zu erschüttern.

Die Geheimdienste tun alles, um die Gruppe aufzuhalten, doch die Mitglieder der Fifth Column arbeiten mit komplexen Verschlüsselungsmethoden, um ihre Kommunikation zu sichern – und legen absichtlich falsche Fährten, um ihre Gegner zu verwirren. Ein Mitglied der Gruppe konnte festgenommen werden. Der Mann hatte verschiedene Dokumente dabei, in denen sich Informationen für ein Treffen und die Pläne der Verschwörung verbergen sollen. Wird es uns gelingen, die Codes zu knacken und den Angriff auf New York zu vereiteln?

Spielmechanik: Ein großes Abenteuer in zwei Kapiteln

Wie die meisten Spiele von Puzzling Pursuits ist auch „The Fifth Column“ auf zwei Teile aufgeteilt. In der Spielschachtel finden sich entsprechend zwei große Umschläge, die jeweils das Material für die Teile enthalten. Darin stecken verschiedene Dokumente, mit denen gerätselt wird. An die Hand genommen werden die Spieler hier nur kurz. Zwar startet das Spiel mit einem Brief des Verteidigungsministeriums, in dem eine grobe Richtung für den Start der Ermittlung vorgegeben wird. Wo sich bei „The Fifth Column“ aber die Rätsel verbergen, müssen die Spieler selbst herausfinden.

Einer der Umschläge aus dem Spiel „The Fifth Column“, der wie eine Aktentasche aussieht, liegt auf einem Tisch mit dem übrigen Spielmaterial.
Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht: Die Umschläge im Spiel „The Fifth Column“ sind wie Aktentaschen gestaltet.

Das kann im ersten Moment überfordernd sein, allerdings mag ich Spiele mit diesem Prinzip sehr gern – wenn die Abfolge der Rätsel gut konstruiert ist. „The Fifth Column“ ist diesbezüglich ein echtes Meisterstück. Wenn der Einstieg einmal gefunden ist, kommt eins zum anderen – und nach und nach arbeitet man sich durch das Material und taucht zugleich tiefer in die Kommunikation der Verschwörung ein.

Zum Spiel gibt es einen Online-Begleiter, über den man die Antworten zu jedem einzelnen Rätsel prüfen kann. Das Spiel funktioniert allerdings auch ohne dieses System und kann eigentlich auch ohne Internetzugang gespielt werden. Nur die Abschlusslösung jedes Kapitels muss man im Companion eingeben, um das Spiel zu beenden und mehr zur Story zu erfahren. Im Online-Tool gibt es außerdem Hinweise zu allen Rätseln, Tipps für die Organisation des Spieleabends und einen Materialservice, über den man fehlende Komponenten digital nachbestellen kann.

Material: Die Dokumente in „The Fifth Column“ sind herausragend

Das Spielmaterial bei „The Fifth Column“ ist einfach unglaublich. Es beginnt schon damit, dass man den Brief des Verteidigungsministeriums aus einem wunderschönen, auf alt getrimmten Umschlag zieht – und sieht, dass das Emblem des Ministeriums mit Goldprägung auf den Briefkopf aufgebracht wurde. Von der Auswahl der Schriften über das Papier bis hin zum eigentlichen Design der einzelnen Dokumente: „The Fifth Column“ zeigt, wie perfektes Spielmaterial aussehen kann. Jedes einzelne Element ist realistisch gestaltet, detailverliebt und passt perfekt in die Zeit und die Welt, in der das Abenteuer angesiedelt ist. Es zieht sich durch bis zur Gestaltung der Verpackung: Die Umschläge haben die Form von Aktentaschen. Nur selten habe ich Spiele mit derart herausragendem Material gesehen.

Das Eröffnungsschreiben aus dem Spiel „The Fifth Column“ liegt auf einem Tisch mit anderem Material aus dem Spiel.
Auf dem Foto schlecht zu sehen: Das Emblem auf dem Briefkopf des Eröffnungsschreibens in „The Fifth Column“ wurde mit goldener Farbe geprägt.

Rätsel: „The Fifth Column“ macht jeden zum Code-Knacker

Die Spiele von Puzzling Pursuits liebe ich vor allem für ihre Rätsel. Sie bieten viel Abwechslung und sorgen vom Anfang bis zum Ende für Spannung. Sie sind ziemlich knifflig und fordernd, aber dank des Spieldesigns trotzdem lösbar, wenn man sich nur eingehend mit allem beschäftigt und sich alles genau anschaut. Und sie sind in einen so cleveren Rätselflow eingebettet, dass sich jeder Schritt in Richtung Ziel belohnend anfühlt. Ich würde dennoch sagen, dass wir uns bei „The Fifth Column“ eher im mittleren bis schweren Bereich bewegen.

In „The Fifth Column“ dreht sich gemäß der Story alles um Kryptografie: Die Kommunikation der Verschwörung muss entschlüsselt werden, um Informationen über die Gruppe und ihre Pläne zu bekommen. Die Aufgaben setzen zwar auf bekannte Prinzipien, die Umsetzung und die genauen Schritte sind aber meisterhaft konstruiert. Jedes Rätsel ist hier ein kleines Highlight für sich. Wie in anderen Spielen von Puzzling Pursuits ist auch bei „The Fifth Column“ Sprache sehr wichtig. Allerdings waren die Rätsel für mich trotzdem gut lösbar, obwohl Englisch nicht meine Muttersprache ist. Schade finde ich, dass es im ersten Teil eine Aufgabe gibt, deren Lösung für den Abschluss des Kapitels überhaupt nicht gebraucht wird. Ich habe sie deshalb übersprungen. Dass es das Rätsel gibt, fiel mir nur auf, weil ich ein Objekt aus dem Umschlag noch nicht genutzt hatte und mich darüber wunderte. Schade, denn das Rätsel ist wie alle anderen einfach wundervoll.

Verschiedene Dokumente aus dem Spielmaterial des Spiels „The Fifth Column“ liegen auf einem Tisch.
Zeitungen, Dokumente und seltsame Code-Karten der Verschwörung „The Fifth Column“: In dem Rätselspiel wartet jede Menge merkwürdiges Material auf die Spieler.

Tja, und dann kommt der Moment, den ich so schnell vermutlich nicht vergessen werde. Nach den ersten Schritten im Spiel passiert in „The Fifth Column“ etwas, das ich hier nicht verraten kann und will. Etwas, das ich in einem Rätselspiel dieser Art noch nie zuvor erlebt habe. Etwas, das dem Spiel einen festen Platz in der Liste der für mich besten Rätselspiele aller Zeiten einbringt. Etwas, das mir einen unglaublichen Respekt gegenüber den Entwicklern abringt. Denn allein in diesen einen Moment muss unglaublich viel Gehirnschmalz geflossen sein. Nur für diese Passage des Spiels kann das Urteil nicht anders ausfallen als: Leute, spielt dieses Spiel.

Fazit: Dieses Spiel ist ein Muss für alle Rätsel-Fans

„The Fifth Column“ ist ein unglaublich spannendes, herausforderndes und mit Blick auf das Spielmaterial auch wunderschönes Rätselabenteuer, bei dem ich absolut nichts bemängeln kann. Die Qualität der Dokumente, der Rätselflow, die Geschichte: Hier passt einfach alles perfekt und bis ins letzte Detail zusammen. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre es die Tatsache, dass ich ein Rätsel im ersten Teil überspringen konnte. Doch ein paar Minuten später war der leichte Ärger darüber vergessen – und „The Fifth Column“ katapultierte sich mit einem unglaublichen Twist direkt in mein Herz. Chapeau!

Bewertung Puzzle Hamster Weltklasse

Ergänzende Anmerkungen: Die Spiele sind schwer zu bekommen

Nun die schlechte Nachricht – und ich hoffe, ihr werdet jetzt nicht in Tränen aufgelöst sein: Puzzling Pursuits versendet (noch) nicht nach Deutschland. Mir ist es trotzdem gelungen, an die Spiele zu kommen, mit ganz verschiedenen Methoden. Man findet sie mal bei kleineren Spieleläden, mal gebraucht – und einmal habe ich mir mehrere Titel über einen eigenen Kontakt in den USA schicken lassen. Und wer weiß: Wenn sich genug Rätsel-Fans vom Hamster inspirieren lassen und anfragen … vielleicht wird auch Deutschland irgendwann ans Versandnetz von Puzzling Pursuits angeschlossen. Und wenn nicht: Der Aufwand, den man betreiben muss, um an die Spiele zu kommen, lohnt sich.

Für wen ist das Spiel „The Fifth Column“ geeignet?

  • Spiele, die historische Settings mögen.
  • Rätsel-Fans, die am Entschlüsseln geheimer Nachrichten großen Spaß haben.
  • Design-Nerds, die hochwertiges und täuschend echtes Material klasse finden.
  • Alle, die sich von einem Spiel mal ordentlich überraschen lassen wollen.
  • Nicht geeignet für Menschen, die das Entschlüsseln von Codes nicht mögen.
Das Spiel „The Fifth Column“ steht an einem belebten Bahnhof in New York im Jahr 1945 auf einem Stapel Koffer.

Bewertung und Infos zu
„The Fifth Column“

Titel: The Fifth Column
Anbieter: Puzzling Pursuits, USA
Genre: Abenteuer, Krimi, History
Sprache: Englisch
Spieldauer: 90 bis 150 Minuten
Schwierigkeit: mittel bis schwer
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: 34,95 Dollar (rund 30 Euro)
Erhältlich bei Puzzling Pursuits
Gesamtwertung: 4,9 von 5 Sterne
Urteil: Weltklasse!

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