„Escape from the Museum“ ist ein recht kleines Escape-Room-Spiel der britischen Spielemarke Professor Puzzle. Als Mini-Game beworben, soll es rund 45 Minuten Spielspaß bieten – und das als echtes Fluchtspiel. Denn die Spieler müssen aus einem verschlossenen Museum entkommen. Ich habe das kleine Spiel getestet und mir angeschaut, wie viel Spaß der winzige Escape Room macht.
Es ist manchmal gar nicht so leicht, an englischsprachige Rätselspiele und Escape-Room-Spiele zu kommen, denn vor allem kleinere Firmen verkaufen natürlich nicht über große Versandhändler wie Amazon. Wer dort nach entsprechenden Spielen sucht, kommt an einer Marke allerdings kaum vorbei: Professor Puzzle! Das Unternehmen stellt Escape Rooms und Rätselspiele für zu Hause in den unterschiedlichsten Größen her. Und ist vor allem in Großbritannien recht populär. Eine schnelle Umfrage in meiner liebsten Rätselspiele-Gruppe auf Facebook hat ergeben, dass Professor Puzzle dort ähnlich stark vertreten ist wie die EXIT-Spiele von Kosmos in Deutschland.
Die Marke steht wohl in Buchläden in den Regalen, in Supermärkten, laut einem Nutzer sogar in Gartencentern! Die Spiele sind vor allem für Einsteiger gemacht und meist nicht schwierig, aber werden als ernsthafte Konkurrenz zu EXIT und Unlock! gesehen. Eines der kleinsten Rätselspiele von Professor Puzzle ist „Escape from the Museum“. Das Spiel ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel, passt in die Hosentasche und soll etwa eine Stunde Spielspaß mit zahlreichen Rätseln bieten. Hier lest ihr, ob mir die Flucht aus dem Museum gelungen ist und wie sie mir gefallen hat.
Story: Escape-Room-Spiel mit klassischem Setting
Die Story bei „Escape from the Museum“ ist kurz, knackig und zweckmäßig: Wir haben uns während eines langweiligen Ausflugs ins Museum in einer Besenkammer versteckt, um ein Nickerchen zu machen. Denn wen interessieren schon die langweiligen, eingestaubten Kunstobjekte? Etwas später folgt im wahrsten Sinne des Wortes das böse Erwachen: Nach dem Schläfchen ist das Museum geschlossen, die Türen sind verriegelt. Jemand hat uns eingesperrt! Wie kommen wir wieder heraus? Die Antwort auf diese Frage soll eine alte Steintafel mit seltsamen Symbolen liefern. Doch die muss zunächst entschlüsselt werden.

Spielmechanik: Eine verschlüsselte Botschaft führt zum Ausgang
Der Hauptteil des Spiels dreht sich um die Steintafel, in die Symbole eingeritzt sind, die an Hieroglyphen erinnern. Jedes dieser Symbole steht für einen Buchstaben. Die Person, die uns eingeschlossen hat, hat außerdem einen Zettel mit einer Botschaft hinterlassen, die ebenfalls aus Hieroglyphen besteht. Sie verrät uns, wie wir aus dem Museum entkommen können. Wir müssen also die Bedeutung jedes einzelnen Symbols herausfinden und mit diesem Alphabet die Nachricht entschlüsseln. Nur: Wo verstecken sich die einzelnen Buchstaben?
Sie sind in zwölf Rätseln verborgen, die auf Karten gedruckt wurden. Zum Lösen werden hier und da weitere Dokumente benötigt, die dem Spiel beiliegen, darunter eine Karte des Museums, eine Inventarliste und ein Bild des hauseigenen Kuriositätenkabinetts. Hinweise gibt es im Spiel nicht, sondern nur ein Blatt mit den Lösungen der einzelnen Rätsel. Kurios dabei: Die finale Lösung des Spiels wird auf dem Lösungsblatt gar nicht erwähnt. Allerdings ist sie so eindeutig, dass es keiner zusätzlichen Überprüfung bedarf.
Material: Überraschend hochwertig und ziemlich edel
Das Spiel besteht aus einer kurzen Anleitung, die zugleich als Einführung in die Geschichte dient, zwölf Rätselkarten sowie weiteren Dokumenten, die auf Faltblätter gedruckt sind. Alles ist natürlich eher pragmatisch gestaltet, immerhin handelt es sich im Kern um ein Escape-Room-Kartenspiel. Überrascht hat mich allerdings, dass das Spielmaterial für ein Spiel dieser Größe wirklich hochwertig produziert ist. Die einzelnen Rätselkarten bestehen aus sehr dicker und fester Pappe, die Gestaltung der Faltblätter ist gelungen, und es gibt eine durchgängige Designsprache. Dank des Drucks mit Goldfarbe wirkt sogar die Verpackung richtig edel. Ich hätte erwartet, ich könnte am Design des Spiels mehr kritisieren.

Rätsel: Die Aufgaben kommen direkt vom Bahnhofs-Kiosk
Die Rätsel sind die größte Schwäche von „Escape from the Museum“. Denn es handelt sich in diesem Fall tatsächlich um sehr klassische Aufgaben – also um Rätsel, wie sie auch im nächsten Rätselheft vom Bahnhofskiosk stehen könnten. Es müssen Reihen logisch fortgesetzt werden, außerdem gibt es ein kleines Kreuzworträtsel, eine Zahlenpyramide und mehrere Labyrinthe. Bei jeder Aufgabe ergibt sich als Lösung ein Buchstabe, mit dem man eine der Hieroglyphen der Steintafel übersetzen kann. Abwechslung entsteht dadurch, dass manche Rätsel direkt zu einem Buchstaben führen, während bei anderen lediglich ein Hinweis herauskommt, mit dem man dann in den zusätzlichen Dokumenten auf die Suche gehen muss. Während die Aufgaben vor allem für erfahrene Spieler recht langweilig sein dürften, bringen diese zusätzlichen Schritte wieder etwas Spannung ins Spiel. Ich hatte sogar ein oder zwei kleine Aha-Momente.
Fragwürdig finde ich – zumindest aus der Perspektive eines Einzelspielers –, dass vier der Rätsel jeweils doppelt vorkommen. Zwei der Aufgaben sind beispielsweise Labyrinthe, die gelöst werden müssen. Zum jeweiligen Lösungsbuchstaben gelangt man zwar auf unterschiedliche Weise, trotzdem wirkt diese Dopplung etwas redundant. Vermutlich funktioniert das besser, wenn man das Spiel zu zweit spielt. Dann kann man diese Aufgaben aufteilen oder vielleicht sogar gegeneinander lösen. Die übrigen vier individuellen Rätsel lassen sich anschließend wieder gemeinsam bearbeiten. Mehr als zwei Spieler würde ich allerdings nicht empfehlen.

Fazit: Ein solides Escape-Room-Spiel für zwischendurch
Ich war überrascht, wie gut mir „Escape from the Museum“ tatsächlich gefallen hat. Natürlich ist es kein Spiel mit einer extravaganten Geschichte, versteckten Überraschungen und Rätseln, wie man sie noch nirgendwo zuvor gesehen hat. Aber: Für seine geringe Größe – wir sprechen hier immerhin von einer Zigarettenschachtel – bietet es tatsächlich ein unterhaltsames Stündchen. Ich habe allein rund 55 Minuten gebraucht, um den Weg aus dem Museum zu finden.
Der einzige echte und leider ziemlich ordentliche Minuspunkt sind die Rätsel. Sie sind nicht nur extrem aufgesetzt, sondern fühlen sich durchgängig stark nach Rätselheft an, auch wenn durch die Nutzung der zusätzlichen Dokumente immer wieder kleine Wendungen entstehen. Hier hätten etwas mehr Originalität und Abwechslung geholfen. Am Design des Spiels habe ich dagegen kaum etwas auszusetzen. Als Rätsel-Snack für zwischendurch taugt „Escape from the Museum“ allemal – sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Spieler.

Ergänzende Anmerkungen: Als Schnäppchen ist das Spiel ein Hit
Ob ich für „Escape from the Museum“ allerdings den aktuellen Amazon-Preis von rund 15 Euro ausgegeben hätte, weiß ich offen gesagt nicht. Ist es das wert? Vielleicht. Würde ich eher nach einer günstigeren Variante Ausschau halten? Ja. Ich habe mein Exemplar für drei Euro bei Vinted ergattert. Das ist auf jeden Fall ein Schnäppchen. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten und entweder auf ein Angebot bei Amazon zu warten oder auf anderen Plattformen nach dem Spiel zu suchen und dabei etwas Geld zu sparen.
Für wen ist „Escape from the Museum“ von Professor Puzzle geeignet?
- Spieler, die auf echte Escape-Room-Spiele und entsprechende Settings stehen
- Rätsel-Fans, die sich in Museen besonders wohl fühlen.
- Alle, die klassische Rätsel mögen, wie man sie auch in Rätselheften findet.
- Spieler, denen hochwertiges Material wichtig ist.
- Nicht geeignet für alle, die Wert auf besondere und originelle Aufgaben legen.

Bewertung und Infos zu
„Escape from the Museum“
Titel: Escape from the Museum
Anbieter: Professor Puzzle, UK
Genre: Abenteuer, Escape Room
Sprache: Englisch
Spieldauer: 60 Minuten
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 2
Preis: 15,44 Euro
Erhältlich: unter anderem bei Amazon
Gesamtwertung: 3,9 von 5 Sterne
Urteil: Gutes Spiel!
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