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Das Spiel „The Locked Room Riddle“ steht auf einem Hocher im Flur eines gruseligen, verlassenen Hotels.

„The Locked Room Riddle“: Dieser gruselige Krimi macht jeden zum Detektiv

Das Spiel „The Locked Room Riddle“ gehört zu den neueren Abenteuern der Deadbolt Mystery Society aus den USA. Das Unternehmen verschickt an Abonnenten ein Krimispiel im Monat, die unterschiedlichen Fälle haben seit Jahren einen festen Platz in meiner Sammlung. Während ich versuche, möglichst viele (auch ältere) Spiele des Unternehmens in physischer Form zu ergattern, bietet die DMS ihre Fälle inzwischen auch digital zum Download an, wodurch man auch in Deutschland gut rankommt. Ich habe das Spiel getestet.


Der Herbst ist da – und das bedeutet: Die Frequenz der Abende, die man drinnen statt draußen verbringt, nimmt zu. Bei mir wächst damit auch die Lust auf gruselige Krimis. Aber: Was ist besser, als einen gruseligen Krimi im Fernsehen zu gucken oder zu lesen? Na klar: Selbst mittendrin zu stecken! „The Locked Room Riddle“ ist eines dieser düsteren Krimispiele, die perfekt in einen verregneten Herbstnachmittag oder -abend passen. Dazu eine Tasse Tee, etwas Klaviermusik und ein zünftiges Kaminfeuer auf dem Fernseher, schon fühlt man sich wie Sherlock Holmes.

„The Locked Room Riddle“ ist bei mir übrigens ein sehr lustiges Beispiel dafür, wie sehr sich die Vorstellungen, die man von einem Spiel hat, und die Realität unterscheiden können. Beim Titel bin ich nämlich irgendwie davon ausgegangen, dass mich hier in ein klassisches Escape-Room-Spiel erwartet und es die Aufgabe sein wird, aus einem verschlossenen Raum zu entkommen. Allerdings war die Story des beinahe gruseligen Krimispiels dann doch überraschend. Hier lest ihr, wie mir das Spiel der Deadbolt Mystery Society gefallen hat und was es so besonders macht.

Spielmaterial aus dem Spiel „The Locked Room Riddle“ liegt auf einem Tisch, darunter ein Bild des Mordopfers.
Das Opfer: Schriftsteller Gabriel Franco wird in „The Locked Room Riddle“ ermordet in seinem Hotelzimmer gefunden. Allerdings ist die Tür von innen verschlossen.

Story: Ein Mann liegt tot im verschlossenen Hotelzimmer

Wir heuern in „The Locked Room Riddle“ als Detektiv bei der Will Street Detective Agency an – und bekommen einen spannenden Fall auf den Tisch. Gabriel Franco ist Schriftsteller, schreibt Bücher über wahre Kriminalfälle und wird ermordet in einem Zimmer des Chateau Tenebres Hotel aufgefunden. Er wurde erschlagen mit seinem eigenen Laptop. Und das kurz vor der Fertigstellung seines neuen Buches über den „Hilldale Ghoul“, einen Serienkiller, der bereits fünf Menschen auf dem Gewissen hat. Das Besondere: Die Leiche von Franco liegt in seinem von innen verschlossenen Zimmer. Wer hat den Schriftsteller getötet – und wie kam er in das Hotelzimmer und wieder raus?

Mehrere Polaroid-Fotos aus dem Spiel „The Locked Room Riddle“ liegen auf einem Tisch.
Auch mehrere Bilder von Tatorten gehören zum Spiel „The Locked Room Riddle“. Was sie wohl über den Killer verraten?

Spielmechanik: Ein Mix aus Papier und Online-Komponenten

„The Locked Room Riddle“ besteht aus verschiedenen Dokumenten, die zum Lösen des Falls untersucht und analysiert werden müssen. Wie bei der Deadbolt Mystery Society üblich, erwarten den Spieler an einigen Stellen QR-Codes, die man einscannen muss. Es öffnen sich Websites, auf denen man Lösungen bereits gelöster Rätsel eingeben muss, um weitere Informationen zum Fall oder neue Hinweise auf den Täter zu bekommen. „The Locked Room Riddle“ setzt diesen Basis-Mechanismus abwechslungsreich ein.

An einer Stelle verschafft man sich über den QR-Code beispielsweise Zugang zum Handy des Opfers und kann dort verschiedene Apps durchsuchen, um an neue Informationen zu gelangen. Während also immer mehr Informationen über den Mord gesammelt werden, kann man auch einen Verdächtigen nach dem anderen ausschließen. Am Ende bleibt der Täter übrig – und im Verlauf des Spiels findet man eine Möglichkeit, die Erkenntnisse zum Mörder an den zuständigen Polizeibeamten zu übermitteln und den Fall abzuschließen.

Das Spielmaterial von „The Locked Room Riddle“liegt auf einem Tisch.
Wenig Material und dafür verhältnismäßig viel Spielzeit: „The Locked Room Riddle“ ist ein klassischer Krimi, bei dem die gedruckten Unterlagen durch digitales Material ergänzt wird.

Material: Wenig drin, aber dafür recht viel Spielzeit

„The Locked Room Riddle“ funktioniert (mal wieder) nach dem Prinzip „pack small, play big“. Das Spiel besteht nur aus einem Stapel Papier in verschiedenen Formen – ein paar Aktenblätter der Polizei, ein paar Notizen des Schriftstellers, fünf Polaroid-Bilder, eine Visitenkarte. Alles würde bequem in einen A5-Umschlag passen. Doch dadurch, dass man auf dem Weg auch auf digitales Material stößt, ist das Spiel umfangreicher, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Mich haben diese paar Blätter Papier immerhin gute anderthalb Stunden unterhalten.

Gestaltet ist das Material schön und zweckmäßig. Es fühlt sich realistisch an, ist hübsch und gut lesbar, aber es bietet leider auch keine besonderen Überraschungen – außer einem unschönen Druckfehler auf einem meiner Polaroid-Fotos, der nicht spielrelevant ist, aber eben einfach nicht gut aussieht. Haptische Elemente finden sich in diesem Spiel leider keine, was ich etwas schade finde. Bei „The Locked Room Riddle“ gibt es außerdem reichlich zum Lesen – es ist ein richtiger Krimi, in den man sich zumindest am Anfang auch etwas vertiefen muss, um alles über die beteiligten Personen zu erfahren.

Zwei Polaroidfotos aus dem Spiel „The Locked Room Riddle“ liegen auf einem Tisch, das linke ist etwas schief gedruckt.
Nicht spielgefährdend, aber unschön: Solche Druckfehler (das linke Polaroid aus „The Locked Room Riddle“ ist verschoben) können passieren, sind bei der Deadbolt Mystery Society aber zum Glück sehr selten.

Rätsel: „The Locked Room Riddle“ ist ein Spiel für Code-Knacker!

„The Locked Room Riddle“ bietet eine Mischung aus Entschlüsselung und Deduktion. Das Prinzip, das mir bei vielen Spielen der Deadbolt Mystery Society sehr gut gefällt: Man knackt geheime Codes und bekommt dadurch Informationen, mit deren Hilfe man, wenn man sie richtig versteht und anwendet, Verdächtige ausschließen kann. Bei „The Locked Room Riddle“ hat mir gefallen, dass man bei dem einen oder anderen Hinweis schon noch um die Ecke denken muss, um ihn auf einen der Verdächtigen übertragen zu können.

Die Schwierigkeit der Rätsel liegt meiner Meinung nach im mittleren Bereich. Die kryptografischen Aufgaben sind gut lösbar, allerdings sind sie hier und da auch mit Fleißarbeit verbunden. Denn wenn das Prinzip verstanden ist, müssen oft mehrere Sätze übersetzt werden. Wer so etwas mag, wird sich hier pudelwohl fühlen. Es macht „The Locked Room Riddle“ zu einem sehr ruhigen und durchaus entspannten Spiel, das man richtig gemütlich auf dem Sofa lösen kann – und das sich auch allein richtig gut knacken lässt.

Fazit: Das perfekte Krimispiel für dunkle Herbstabende

Mir hat „The Locked Room Riddle“ gut gefallen, auch wenn das Material noch etwas überraschender und vielfältiger hätte sein können. Wer einen klassischen Krimi sucht, bei dem man nicht nur eine Fallakte studiert, sondern zwischendurch auch noch das eine oder andere echte Rätsel knacken muss, der sollte dem Spiel (wie auch anderen Titeln der Deadbolt Mystery Society) eine Chance geben. Das Rätselspiel ist ein klassischer Krimi mit einer durchaus spannenden Geschichte – perfekt, wenn gerade mal kein „Tatort“ kommt.

Bewertung Puzzle Hamster Sehr gut

Ergänzende Anmerkungen: Das Spiel gibt es auch zum Download

Das Spiel ist, während ich diesen Text schreibe, bei der Deadbolt Mystery Society offiziell nicht erhältlich. Manchmal tauchen aber auch alte Spiele im Sale noch auf. Allerdings wurde es auch digitalisiert, was bei einem Spiel, das nur aus Papier besteht, natürlich gut machbar ist. Im Etsy-Shop der Society kann man „The Locked Room Riddle“ deshalb ganz einfach bestellen – und es ausdrucken oder auf einem Tablet spielen.

Für wen ist „The Locked Room Riddle“ geeignet?

  • Spieler, die Krimispiele mit leicht gruseligen Settings mögen.
  • Rätsel-Fans, die leidenschaftlich gern versteckte Botschaften entschlüsseln.
  • Alle, die den Mix aus physischem Material und Online-Komponenten mögen.
  • Krimi-Fans, die dunkle und alte Hotels besonders gruselig finden.
  • Nicht geeignet für Spieler, die in Rätselspielen nicht so gern lesen.
Das Spiel „The Locked Room Riddle“ steht auf einem Hocher im Flur eines gruseligen, verlassenen Hotels.

Bewertung und Infos zu
„The Locked Room Riddle“

Titel: The Locked Room Riddle
Anbieter: Deadbolt Mystery Society, USA
Genre: Krimi, Mystery
Sprache: Englisch
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Schwierigkeit: mittel
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: rund 16 Euro
Erhältlich im Etsy-Shop der DMS
Gesamtwertung: 4,1 von 5 Sternen
Urteil: Sehr gutes Spiel!

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