Im englischsprachigen Raum gibt es unfassbar viele Rätselspiele. Ob Escape Room für Zuhause, Krimispiel oder episches Abenteuer: Wer gern rätselt, findet auf jeden Fall etwas für den eigenen Geschmack. Aber: Wo anfangen? Wenn ihr mal sehen wollt, was der Markt so zu bieten hat, gibt’s hier einen guten Startpunkt. Ich verrate euch, welche fünf Rätselspiele ich richtig großartig fand und warum ihr sie ausprobieren müsst.
Als ich angefangen habe, Escape-Room-Spiele und Co. aus dem englischsprachigen Raum zu sammeln, habe ich damit leider ein Fass ohne Boden geöffnet. Die Entscheidung, Teil der Community zu werden, war toll für meine Freizeitgestaltung – aber leider ziemlich mies für mein Bankkonto. Denn es gibt da draußen einfach eine unfassbare Vielfalt an Rätselspielen, von denen viele Spieler in Deutschland noch gar nichts wissen. Nur: Wo anfangen? Für alle, die mal einen Blick auf Rätselspiele aus dem Ausland wagen und sich ausprobieren wollen, habe ich hier eine Auswahl von fünf der besten Spiele aus meiner Sammlung vorbereitet. Ich verrate euch, warum sie mich so begeistert haben, was sie so besonders macht, wie ihr sie bekommt und warum ihr sie unbedingt gespielt haben solltet.
Warum sind diese Rätselspiele in Deutschland so unbekannt?
Warum diese Spiele in Deutschland so unbekannt sind, habe ich nie wirklich verstanden. Escape-Room-Spiele, Rätselspiele und Krimispiele boomen schließlich auch hier. Die Exit-Reihe von Kosmos gehört zu den erfolgreichsten Brettspielreihen der vergangenen Jahre. Und an fehlenden Englischkenntnissen kann es meiner Meinung nach eigentlich auch nicht liegen. Sind die Berührungsängste mit Rätselspielen in einer anderen Sprache zu groß? Oder liegt es tatsächlich daran, dass so wenige Spieler wissen, dass es im englischsprachigen Raum solche Rätsel-Perlen gibt? Wer sich an das Thema heranwagen und dabei gleich einen echten Knaller auf dem Spieltisch haben will, sollte sich diese Liste anschauen. Hier sind fünf Rätselspiele, die unangefochten zu den Top-Titeln aus meiner Sammlung gehören.
- „The Vandermist Dossier“ von Diorama
- „Box One“ von Theory11 und Neil Patrick Harris
- „The Emerald Flame“ von PostCurious
- „Madok’s Lost Treasure“ von Society of Curiosities
- „The Case of the Curiously Correct Blueprints“ von Bluefish Games
Es sind Spiele, die mich nachhaltig beschäftigt haben und bei denen ich mir wünsche, dass endlich ein Trank des Vergessens erfunden wird, damit ich sie aus meinem Gedächtnis löschen und noch einmal spielen kann. Die Liste ist allerdings nur eine Auswahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch viele weitere Spiele, die ich über alles geliebt habe und liebe und über die ich in diesem Blog in Zukunft noch berichten werde. Diese Auswahl soll ein Anfang sein – und für euch vielleicht der Einstieg in die Welt der englischsprachigen Rätselspiele. Viel Spaß!
Fünf Rätselspiele, die ihr unbedingt spielen müsst

„The Vandermist Dossier“ von Diorama und Sherlocked hat viele Aha-Momente
„The Vandermist Dossier“ von Diorama und Sherlocked aus den Niederlanden ist ein Detektivspiel, bei dem es allerlei Rätsel zu lösen gibt. Als Spieler machen wir uns auf die Suche nach Abigail Vandermist, einer jungen Frau, die im Jahr 1979 spurlos verschwand. Ihre Schwester Helena Vandermist hat uns kontaktiert und das Vandermist Dossier zur Verfügung gestellt. Es ist eine Sammlung von Dokumenten, die Abigail vor ihrem Verschwinden hinterlassen hat. Wo ist die junge Frau – und was hat es mit der Landkarte, dem angekokelten Führerschein und ihren Notizen auf sich?
Das Besondere an „The Vandermist Dossier“ ist nicht nur das hervorragend gestaltete Material, sondern auch die Art und Weise, wie das Spiel aufgebaut ist. Während andere Rätselspiele und Escape-Room-Spiele mit verschlossenen Umschlägen oder ähnlichen Mechaniken arbeiten, um das Material erst nach und nach zugänglich zu machen, hat der Spieler hier von Anfang an Zugriff auf alles. Das sorgt für jede Menge Aha-Momente, denn einzelne Elemente sind wirklich meisterhaft in den Unterlagen versteckt. Mich hat das Spiel heftig zum Staunen gebracht! „The Vandermist Dossier“ ist ein überraschendes Detektivspiel, das mit rund 70 Euro zwar kein Schnäppchen ist, dafür aber ein Rätselerlebnis bietet, das man so schnell nicht vergisst.
„The Vandermist Dossier“ ist für 69,70 Euro erhältlich im Online-Shop von Sherlocked. Hier geht es zum kompletten Review von „The Vandermist Dossier“.

„Box One“ von Theory11 und Neil Patrick Harris wirkt wie eine Zaubershow
Die meisten kennen Neil Patrick Harris aus der erfolgreichen Comedyserie „How I Met Your Mother“. Doch fernab der Kameras ist der Schauspieler auch Zauberkünstler, Escape-Room-Fan und einer der größten Unterstützer der Puzzle-Szene. Kaum ein Spiel hat die Community in den vergangenen Jahren so durchgeschüttelt wie „Box One“. Das Konzept: Neil Patrick Harris wollte ein Spiel für eine Person entwickeln, weil er darin eine Marktlücke sah. Gemeinsam mit Theory11, einem Hersteller von Zauberkunststücken und Spielkarten, entstand schließlich „Box One“.
Es handelt sich um ein Rätselspiel, bei dem sich die Spieler durch einen Stapel Karten arbeiten. Es müssen Quizfragen beantwortet, Rätsel gelöst und Codes geknackt werden. Allerdings weist das Spiel von Anfang an darauf hin, dass man die Augen immer offen halten sollte. Schließlich wisse man nie, ob und wann das Spiel eine unerwartete Wendung nimmt. Ein Satz, der die Neugier weckt – und definitiv mehr als untertrieben ist. Denn „Box One“ bietet vermutlich die größten Überraschungen, die jemals in einem Rätselspiel von der Stange verbaut wurden. Eine Überraschung ist übrigens auch der Preis: Wie es die Macher geschafft haben, ein so verrücktes Spiel mit so hochwertigem Material für rund 35 US-Dollar zu verkaufen, ist vermutlich der wahre Zaubertrick.
„Box One“ von Theory11 ist für 34,95 US-Dollar erhältlich im Online-Shop von Theory11. Hier geht es zum kompletten Review von „Box One“.

„The Emerald Flame“ von PostCurious ist ein episches Abenteuer
„The Emerald Flame“ ist nicht das erste Spiel aus der Werkstatt von PostCurious, das ich gespielt habe. Aber es ist eines, das ich lange vor mir hergeschoben habe. Denn das altertümlich wirkende Material hat mich zunächst etwas abgeschreckt. Außerdem hatte ich gelesen, dass die Rätsel in diesem Abenteuer wirklich schwer sein sollen. Erst kürzlich habe ich mich herangewagt. Mein Fazit? Wow! Selten habe ich ein so schön gestaltetes und clever konstruiertes Rätselspiel in den Händen gehalten. Das Material möchte man sich nach dem Spielen am liebsten einrahmen und an die Wand hängen. Ein echtes Kunstwerk!
In „The Emerald Flame“ begibt man sich im Auftrag der Koschei Society auf die Suche nach den Hinterlassenschaften einer Alchemistin. Im Rathaus von Prag wurde eine alte Kiste mit Hinweisen auf deren geheimes Labor entdeckt. Verbirgt sich dort ein Hinweis auf die Rezeptur, die uns dem ewigen Leben ein Stück näher bringt? „The Emerald Flame“ ist ein unglaubliches Abenteuer mit spannender Geschichte, toller Spielmechanik und schönen Rätseln. An mehreren Stellen fühlte ich mich wie eine Figur aus „The Da Vinci Code“ – und vor allem ein Rätsel werde ich vermutlich nie vergessen. Wer das erleben möchte, muss leider rund 80 Euro hinblättern, bekommt dafür aber auch eine Spielzeit von über sechs Stunden. Ich habe mir Zeit gelassen. Und das sollte man auch, um das Abenteuer in vollen Zügen zu genießen.
„The Emerald Flame“ von PostCurious ist für 89 US-Doller erhältlich bei PostCurious. Hier geht es zum kompletten Review von „The Emerald Flame“.

„Madok’s Lost Treasure“ von Society of Curiosities ist extrem realistisch
Piratenschiffe und Schatzinseln gehören zu den beliebten Schauplätzen für Escape Rooms und Rätselspiele. Wer wissen möchte, wie ein richtig gutes Piratenabenteuer aussehen kann, sollte sich unbedingt „Madok’s Lost Treasure“ von der Society of Curiosities anschauen. Hier wird man zum Agenten der Society, die sich der Entschlüsselung der Geheimnisse der Welt verschrieben hat. Nun soll der sagenumwobene Schatz von Kapitän Edus Madok gefunden werden. Denn er und sein Schiff, die Bonancre, sind schon vor Jahrhunderten spurlos verschwunden.
„Madok’s Lost Treasure“ überzeugt nicht nur mit wunderschönem und ultrarealistischem Material, sondern auch mit einer großartigen Spielmechanik. Während man als Agent zu Hause die mysteriösen Schriftstücke aus der Zeit von Edus Madok untersucht, ist man über einen Chat mit einem anderen Agenten der Society verbunden. Kapitän Steiner begibt sich zu den Schauplätzen, die wir beim Rätseln identifizieren, und schickt uns von dort weitere Informationen. Bemerkenswert ist vor allem der hohe Grad an Realismus. Manche Dinge, die ich im Laufe des Spiels entdeckt habe, fühlten sich so echt an, dass ich kurz überlegen musste, ob das alles tatsächlich nur ein Spiel ist. Ein Gefühl, das nur wenige Rätselspiele und Escape Rooms für zu Hause vermitteln.
„Madok’s Lost Treasure“ ist für 49 US-Dollar erhältlich bei der Society of Curiosities. Hier geht es zum kompletten Review von „Madok’s Lost Treasure“.

„The Case of the Curiously Correct Blueprints“ von Bluefish Games hat viel Humor
Bei allen Abenteuern, die wir beim Spielen von Rätselspielen erleben, kommt ein Element leider oft zu kurz: Humor! Zwar lösen wir Kriminalfälle, finden Schätze und entschlüsseln uralte Geheimnisse der Menschheit. Gelacht wird dabei aber nur selten. Ein Unternehmen, bei dem Humor ganz oben auf der Liste der Stärken steht, ist Bluefish Games. „The Case of the Curiously Correct Blueprints“ ist dafür das perfekte Beispiel. Selten habe ich beim Rätseln so viel gelacht – und selten wollte ich eine Spielwelt so ungern wieder verlassen.
„The Case of the Curiously Correct Blueprints“ dreht sich um den Erfinder Stephen P. Hincks. Er ist Mitglied in einem Buchclub und sollte eigentlich ein Buch an uns weitergeben. Doch bei einem Unfall mit Süßigkeiten wurde es unbrauchbar. Deshalb hat er ein Hörbuch aufgenommen, in dem er uns die Geschichte erzählt. Es geht um zwei Ermittler, die die Geheimnisse eines alten Hotels lüften sollen. Die einzelnen Kapitel hat Hincks allerdings mit Rätseln gespickt. Erst wenn wir sie lösen, erfahren wir den nächsten Teil der Geschichte. Die Rätsel bestehen aus Seiten verschiedenster Bücher, die Hincks in der Bibliothek kopiert hat. „The Case of the Curiously Correct Blueprints“ ist ein geniales Abenteuer mit einem großartigen Hörbuch, herrlichen Rätseln, witzigem Spielmaterial und einer Geschichte, die einfach Spaß macht. Wer rätseln und dabei herzhaft lachen möchte, sollte diesem Buchclub unbedingt beitreten.
„The Case of the Curiously Correct Blueprints“ ist für 39 US-Dollar erhältlich bei BlueFish Games. Hier geht es zum kompletten Review von „The Case of the Curiously Correct Blueprints“.
Schickt mir eure Lieblingsspiele per Mail!
Welche Spiele aus dem englischsprachigen Raum kennt ihr – und welche Rätselspiele aus Deutschland sollte man eurer Meinung nach unbedingt gespielt haben? Schickt mir eure Meinung per Mail an hallo@puzzle-hamster.de oder meldet euch über das Kontaktformular. Ich freue mich wie verrückt auf eure Vorschläge!



