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Das Spiel „Das dunkle Schloss“ aus der EXIT-Reihe steht auf einem Baumstumpf in einem dunklen Wald, im Hintergrund ist ein Schloss auf einem Hügel zu sehen.

„Das dunkle Schloss“ von EXIT: Cooles Abenteuer mit Puzzles, nur eine Sache nervt

Die Spiele-Marke EXIT von Kosmos hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der erfolgreichsten Brettspielreihen in Deutschland entwickelt. Neben den klassischen Escape-Room-Spielen gibt es inzwischen auch die Reihe „Exit: Das Spiel + Puzzle“, bei dem man sich die Schauplätze der Rätselabenteuer erst aus vielen Teilchen zusammenbauen muss. Für diesen Test habe ich mir „Das dunkle Schloss“ aus der Reihe angeschaut – auch wenn ich Puzzles eigentlich gar nicht mag …


Ich habe meinen Blog Puzzle Hamster genannt, weil ich es liebe, viele Rätselspiele zu Hause zu haben – obwohl mir oft die Zeit fehlt, sie zu spielen. Von meiner inzwischen rund 400 Titel umfassenden Sammlung fällt ein nicht unerheblicher Teil auf den sogenannten „Pile of Shame“, den Stapel der ungespielten Escape-Room-Spiele. Manchmal taucht deshalb im Schrank auch eine Box auf, die ich längst vergessen hatte – und die schon Jahre auf dem Buckel hat. Zum Glück werden Spiele nicht schlecht! An einem entspannten Sonntag habe ich mich deshalb mit Begleitung und sagenhaften fünf Jahren Verspätung in ein Puzzle-Abenteuer aus der EXIT-Reihe von Kosmos gestürzt: Für „Das dunkle Schloss“ haben wir die Wanderstiefel geschnürt und uns in den dunklen Wald begeben. Lest hier, ob wir die Mission erfüllen konnten und was die Mischung aus Rätseln und Puzzles so besonders macht.

Story: Eine Wanderung durch den finsteren Wald

In unserem Dorf lebt ein alter, wundersamer Mann namens Gaston, der die Menschen immer mit Schauergeschichten unterhält. Vor allem das dunkle Schloss im Wald hat es ihm angetan. Immer wieder erzählt er davon – und kündigt sogar an, die Wahrheit des Schlosses ergründen zu wollen. Dann ist er plötzlich verschwunden. Hat sich Gaston allein auf den Weg gemacht? Und was, wenn ihm etwas passiert ist? Wir schnappen uns unseren Rucksack und machen uns auf den Weg in den Wald, um nach dem alten Mann zu suchen. Werden wir ihn und das dunkle Schloss finden und das Geheimnis dieses Ortes ein für alle Mal lüften können?

Ein kleines Story-Heft mit der Aufschrift „Start“ liegt auf einem Stapel mit zahlreichen anderen aufgeschlagenen Story-Heften.
Die Spieler werden bei „Das dunkle Schloss“ von EXIT anhand von etlichen kleinen Story-Heftchen durch die Geschichte und die zahlreichen Rätsel geführt.

Spielmechanik: Puzzeln, Rätseln, Lösen und dann alles von vorn

„Das dunkle Schloss“ aus der EXIT-Reihe von Kosmos gehört in die Riege der EXIT-Puzzles (genauer gesagt: „EXIT: Das Spiel + Puzzle“). In der Box enthalten sind neben unterschiedlichen Rätselkomponenten auch vier Puzzles mit jeweils 88 Teilen, die im Laufe des Spiels zusammengesetzt werden müssen. Nach einer Einführung in die Story legen wir das erste Motiv, das den ersten Schauplatz der Geschichte zeigt. Anschließend gilt es, mithilfe verschiedener Pappteile, kleiner Story-Heftchen und des Puzzles selbst unterschiedliche Rätsel zu lösen. Die für EXIT typische Decodierscheibe kommt zum Einsatz, um die Lösungen der Rätsel zu prüfen – wenn ein Rätsel richtig gelöst ist, verrät die Scheibe, mit welchen Elementen des Spiels es weitergeht.

So werden wir entlang der Geschichte durch sämtliche Komponenten von „Das dunkle Schloss“ geführt. Zwischen den Rätsel-Sessions gibt es immer wieder Puzzle-Pausen, wenn ein neues Motiv zusammengesetzt werden muss. Das muss man mögen. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Puzzles (hier meine ich natürlich die Legespiele) in storybasierten Rätselspielen. Ich mag es, wenn mich solche Spiele in eine Geschichte eintauchen lassen, doch die Puzzle-Pausen brechen einfach immer den eigentlichen Spielflow und das Puzzeln macht für mich auch einfach keinen Sinn. Ich komme am Schloss an, aber anstatt es zu erkunden, muss ich es erst mal aus kleinen Pappteilen zusammensetzen. Warum? Das lässt bei mir leider nie echtes Escape-Room-Feeling aufkommen.

Ausgebreitete Puzzleteile aus dem Spiel „Das dunkle Schloss“ von EXIT liegen auf einem Tisch.
Kern des Spiels „Das dunkle Schloss“ von EXIT sind vier Puzzles, die im Verlauf des Spiels zusammengesetzt werden müssen. Sie zeigen die unterschiedlichen Schauplätze, die man in der Story besucht, und bieten jeweils die Basis für mehrere Rätsel.

Um fair zu bleiben: Diese Überlegungen und Befindlichkeiten blende ich hier natürlich aus. Denn die EXIT-Puzzles richten sich eben nicht nur an Escape-Room-Fans wie mich, sondern auch an Puzzle-Liebhaber. Hier soll keine immersive Atmosphäre erzeugt, sondern Freude am Puzzeln ausgelebt werden (unterstelle ich jetzt mal, denn alles andere wäre Quatsch). Aus Sicht eines Rätsel-Fans muss ich EXIT außerdem dafür loben, dass die Puzzles mit 88 Teilen überschaubar sind und man trotzdem reichlich gutes Rätselmaterial bekommt. Anders als bei den Escape-Puzzles von Ravensburger, wo man über Stunden 759 Teile zusammengebaut und dann mit ein paar Mini-Rätseln belohnt wird. An der Variante von Kosmos entwickele ich immer wieder Spaß, auch wenn Legespiele nicht mein Medium sind.

Material: Geniales Design, leider trotzdem für die Mülltonne

Das Spielmaterial von „Das dunkle Schloss“ ist, wie immer bei den Spielen von EXIT, wunderbar gemacht. Typografie, Zeichnungen und die einzelnen Spielelemente sind einfach hübsch und das Thema zieht sich durch alle Bestandteile des Spiels. Besonders schön an diesem Rätselspiel finde ich, dass es neben den Puzzles und den kleinen Story-Heftchen zahlreiche andere Komponenten gibt, die genutzt werden müssen. Das bringt noch einmal ordentlich Abwechslung in den Spielablauf. Alles ist sehr hochwertig gemacht und es macht wirklich Spaß, damit zu hantieren.

So groß die Freude am schönen Design ist, so groß bleibt aber leider die Ernüchterung danach. Denn auch wenn ich die Spiele von EXIT sehr mag – die Tatsache, dass sie nach dem Spielen gar nicht mehr zu gebrauchen sind, weil das Material in großem Umfang zerschnitten, gefaltet und sonst wie bearbeitet wird, finde ich nicht gut. Dass EXIT mit Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Brettspielmarken der vergangenen Jahre gehört, ist verdient. Die hohen Verkaufszahlen haben aber aus meiner Sicht auch etwas damit zu tun, dass das Spiel ein absolutes Einwegprodukt ist.

Ein kleiner Rucksack aus Pappe liegt auf dem ausgebreiteten Spielmaterial von „Das dunkle Schloss“ von EXIT.
Das Spiel „Das dunkle Schloss“ bietet neben Puzzles und Story-Heftchen auch verschiedene andere Gegenstände, mit denen Rätsel gelöst werden müssen. Diesem kleinen Rucksack kommt eine besondere Funktion zu, über die ich aber natürlich nichts verraten möchte.

Bei den kleineren Boxen stört es mich weniger. Bei den Puzzles fällt es aber gleich in doppelter Hinsicht wesentlich stärker auf. Zum einen wirft man hier nicht nur Papierschnipsel in den Müll, sondern dazu noch vier hochwertige 88-Teile-Puzzles. Klar, man könnte sie aufheben und sie später noch einmal legen. Aber: Wozu? Hinzu kommt: Die Spiele sind mit mehr als 20 Euro ein ganzes Stück teurer als die normalen EXIT-Boxen. Weitergabe und Verkauf sind aber ausgeschlossen. Der Gang zum Altpapier tut da noch etwas mehr weh, wenn man mit dem Spiel durch ist.

Rätsel: Viele Aufgaben und noch mehr Überraschungen

Die Rätsel sind bei den Spielen aus der EXIT-Reihe in den meisten Fällen extrem aufgesetzt – und das macht auch nichts. Hier stehen einfach das Rätseln und das Entdecken der unterschiedlichen Mechaniken im Vordergrund, auch wenn viele Aufgaben absolut unrealistisch sind und im Kontext der Geschichte nur bedingt Sinn ergeben. Aber: Die Vielfalt an Rätseln, die die Spieler hier erwartet, ist wirklich beeindruckend! Man muss suchen und finden, kombinieren, entschlüsseln und vor allem reichlich um die Ecke denken, wenn man mit dem Material hantiert.

Denn wie alle EXIT-Spiele bietet auch „Das dunkle Schloss“ zahlreiche Überraschungen – und die vier Puzzles im Spiel sind nicht nur dafür da, die Szenerie zu illustrieren. Sie werden selbst Teil der Rätsel … und das auf abwechslungsreiche und kreative Art und Weise. Das Spiel ist dem Einsteiger-Level zugeordnet – und das würde ich so unterschreiben. Uns war es zu leicht und wir kamen völlig ohne Hinweise durch. Wer noch keine Erfahrung mit solchen Spielen hat, muss hier und da aber vielleicht etwas länger grübeln.

Die Code-Scheibe aus dem Spiel „Das dunkle Schloss“ von EXIT liegt auf einem Tisch, im Hintergrund sind die zusammengesetzten Puzzles zu sehen.
Fans von EXIT werden natürlich auch in „Das dunkle Schloss“ auf die inzwischen legendäre Code-Scheibe stoßen, die auch in allen anderen Teilen der Reihe einen festen Platz hat.

Fazit: Ich mag Puzzles nicht, aber „Das dunkle Schloss“ fetzt

„Das dunkle Schloss“ ist ein wirklich schön gemachtes, abwechslungsreiches und immer wieder überraschendes Rätsel- und Puzzle-Abenteuer aus der EXIT-Reihe, das einfach alle abholt. Puzzle-Fans werden hier ihre Freude haben, aber auch Rätsel-Liebhaber finden garantiert etwas – und wer auf schönes Spielmaterial steht und die Tricks mag, die EXIT eben so zu bieten hat, den wird dieses Spiel garantiert verzaubern. Noch dazu ist es für die ganze Familie geeignet – und es hat auch uns als Rätsel-Profis trotzdem Spaß gemacht. Außerdem bietet „Das dunkle Schloss“ ein interessantes Story-Feature: Je nachdem, welche Entscheidungen man auf dem Weg trifft, bekommt man eines von acht (!) Enden.

Aufgrund all dieser Vorteile bekommt es die Note „Großartig“, obwohl ich wirklich nicht der größte Puzzle-Fan bin. Mit Rätselabenteuern wie „The Emerald Flame“ lassen sich die Spiele von EXIT freilich nicht vergleichen. Aber für das, was „Das dunkle Schloss“ sein will, ist es sehr, sehr gut. An den Gedanken, das Spiel nun komplett in den Müll werfen zu müssen, kann ich mich hingegen auch nach zehn Jahren EXIT-Erfahrung nicht gewöhnen.

Bewertung Puzzle Hamster Sehr gut

Ergänzende Anmerkungen: Nur eine von zwei Puzzle-Reihen

In der Reihe „EXIT: Das Spiel + Puzzle“ sind bereits vier Titel erschienen. Neben „Das dunkle Schloss“ gibt es noch „Der einsame Leuchtturm“, „Der verschollene Tempel“ und „Das Gold der Piraten“. Aus dem Hause Kosmos gibt es inzwischen auch eine zweite Puzzle-Reihe. Bei „EXIT: Das Puzzle“ wird ein Motiv mit 500 Teilen gelegt, danach werden mehrere Rätsel gelöst, die im Motiv verborgen sind. Die haben wir noch nicht ausprobiert. Wir haben aber gehört, dass sie im Vergleich zu ähnlichen Produkten auf dem Markt sehr gut sein sollen. Vielleicht wird der Puzzle Hamster also doch noch irgendwann zum Puzzle Hamster … wenn ihr versteht, was ich meine.

Für wen ist das Spiel „Das dunkle Schloss“ von EXIT geeignet?

  • Fans der Rätselspiele von EXIT und alle, die es werden wollen.
  • Spieler, die gern Puzzles zusammensetzen.
  • Rätsel-Fans, die die kleinen versteckten Überraschungen der EXIT-Reihe schätzen.
  • Liebhaber düsterer, aber dennoch nicht zu gruseliger Settings.
  • Nicht geeignet für Spieler, die Puzzles auf den Tod nicht ausstehen können.
Das Spiel „Das dunkle Schloss“ aus der EXIT-Reihe steht auf einem Baumstumpf in einem dunklen Wald, im Hintergrund ist ein Schloss auf einem Hügel zu sehen.

Bewertung und Infos zu
„Das dunkle Schloss“

Titel: EXIT – Das dunkle Schloss
Anbieter: Kosmos, Deutschland
Genre: Abenteuer, Mystery, Puzzle
Sprache: Deutsch
Spieldauer: 90 bis 180 Minuten
Schwierigkeit: leicht
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: 22,99 Euro
Erhältlich im Shop von Kosmos (u.a.)
Gesamtwertung: 4,6 von 5 Sterne
Urteil: Großartig!

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