„The Case of the Anonymous Kidnapper“ ist eines der Cozy Mini Mysteries der Deadbolt Mystery Society. Das kurze Rätselspiel führt Spieler in eine Bibliothek, in der sie die Spur eines anonymen Entführers verfolgen. In diesem Test erfahrt ihr, ob sich das Escape-Spiel lohnt.
Wer einen Puzzle-Snack für zwischendurch sucht, ist bei den Mini Mysteries und den Micro Mysteries der Deadbolt Mystery Society immer gut aufgehoben. Nach Feierabend ohne viel Stress einen kleinen Kriminalfall lösen, der in maximal einer Stunde erledigt ist? Dafür sind diese kurzen Rätselspiele ideal. „The Case of the Anonymous Kidnapper“ stammt aus einer kleinen Reihe namens Cozy, die aus mehreren Kurzkrimis ohne viel Action und Blutvergießen besteht. Lest hier, ob ich den Kidnapping-Fall in der öffentlichen Bibliothek aufklären konnte und warum mir das Rätselspiel gut gefallen hat.
Die Story: Rätselhafte Entführung in der Bibliothek
„The Case of the Anonymous Kidnapper“ führt den Spieler in die öffentliche Bibliothek von Oak Creek. Man übernimmt in dem Kurzkrimi die Rolle der Mitarbeiterin Katheryne Greenwood, die beim Einsortieren von zurückgegebenen Büchern versehentlich einen Wälzer aus dem Krimi-Regal stößt. Ein Zettel fällt heraus – und Greenwood ist geschockt: Ein anonymer Kidnapper gesteht hier, ein Kind entführt zu haben. Er wird von Schuldgefühlen geplagt, möchte gefasst werden und hat deshalb eine Rätselspur durch die Bibliothek gelegt, damit schlaue Menschen ihn ertappen und der Polizei melden. Katheryne macht sich auf die Suche nach den Hinweisen des Kidnappers und seinen seltsamen Rätseln.

Material: Eine Reise durch die Welt der Bücher
Das Material bei „The Case of the Anonymous Kidnapper“ passt hervorragend zum Setting der Bibliothek. Zur Ausstattung gehören ein Lesezeichen, eine Ausleihkarte des Krimis, in dem Katheryne die Beichte des Kidnappers findet, Titelseiten von Büchern und Notizen der Bibliothekarin. Alles ist liebevoll, aber auch nicht zu aufwändig gestaltet – passend für so ein kleines Rätselspiel. Außerdem liegt unter anderem ein Zettel bei, auf dem die Bereiche der Bibliothek (unter anderem Horror, Sci-Fi und Fantasy) abgebildet und mit QR-Codes versehen sind. Die Schnitzeljagd des Kidnappers führt den Spieler nach und nach in alle Bereiche. Mit den Lösungen seiner Rätsel kann man hinter den QR-Codes Schritt für Schritt immer mehr Hinweise auf den Täter abrufen.
Rätsel: Knackige Codes, einfache Ermittlungen
Die Rätsel sind ganz im Stil der Spiele der Deadbolt Mystery Society vor allem Entschlüsselungsaufgaben. Es müssen Codes geknackt und versteckte Nachrichten entdeckt werden. Mir macht das Entschlüsseln von Codes großen Spaß, weshalb es mich nicht gestört hat. Abwechslungsreiche Rätsel aus den unterschiedlichsten Bereichen wird man hier aber nicht finden. Die Schwierigkeit ist ausgewogen – bei manchen Aufgaben zeigt sich der Lösungsweg sofort, über andere muss man schon etwas nachdenken. Trotzdem bleiben die Rätsel grundsätzlich einfach und wenig komplex. Fans klassischer Escape-Room-Spiele für zuhause und Rätsel-Kenner werden sich schnell zurechtfinden.

Auch ein deduktives Element ist eingebaut: Da man immer mehr über den Täter erfährt, kann man nach und nach weitere Verdächtige ausschließen. Allerdings wird hier meiner Meinung nach Potenzial verschenkt. Denn das Kombinieren wird dem Spieler aus der Hand genommen. Das Spiel gibt vor, wen man warum eliminieren kann. Das ist gut für Anfänger, als erfahrener Rätselfan hätte ich lieber selbst nachgedacht und meine Schlüsse gezogen. Ohne diese Hilfe wäre das Spiel schwerer, aber definitiv nicht unlösbar gewesen.
Fazit: Lohnt sich das Spiel „The Case of the Anonymous Kidnapper“?
Im Ranking der Spiele bewegen sich die Mini Mysteries bei mir immer im sehr guten Mittelfeld – ich liebe sie und bin froh, dass es sie gibt. Gleichzeitig ist es natürlich sehr schwer, eine besondere Story, tolles und umfangreiches Material sowie aufwendige Rätsel in einem solchen Mini-Spiel unterzubringen. Auf dem kleinen Raum, den diese Rätselspiele bieten, findet sich bei „The Case of the Anonymous Kidnapper“ aber alles, was man als Rätsel-Fan braucht, um glücklich zu sein.
Das Konzept der Führung durch die Bibliothek inklusive literarischer Referenzen gefällt mir sehr gut, die Story ist für ihre Kürze wirklich überraschend und die Aufgaben haben Spaß gemacht. Ich kann „The Case of the Anonymous Kidnapper“ deshalb nur empfehlen. Insgesamt halte ich „The Case of the Anonymous Kidnapper“ für eines der wirklich guten Mini Mysteries aus der Ideenschmiede der DMS, der Ausflug in die Bibliothek lohnt sich auf jeden Fall.

Ergänzende Anmerkungen: Das Spiel gibt es digital bei Etsy
Ich habe die gedruckte Variante des Spiels ausprobiert, es gibt allerdings auch eine Download-Version als PDF im Etsy-Shop der Deadbolt Mystery Society. Hier spart man Versand und Zoll – und macht vor allem bei Rabattaktionen, wenn es das Spiel für ein paar Euro gibt, ein Schnäppchen.
Für wen ist das Mini-Spiel von Deadbolt Mystery Society geeignet?
- Fans kurzer Cozy-Krimis.
- Spieler, die Bibliotheken und literarische Settings mögen.
- Einsteiger im Genre der Rätselspiele.
- Rätsel-Profis, die beim ersten Kaffee einen Krimi lösen wollen.
- Ungeeignet eher für Escape-Room-Fans, die komplexe Spiele lieben.

Bewertung und Infos zu
„The Case of the Anonymous Kidnapper“
Titel: The Case of the Anonymous Kidnapper
Anbieter: Deadbolt Mystery Society, USA
Genre: Krimi
Sprache: Englisch
Spieldauer: 30 bis 60 Minuten
Schwierigkeit: Mittel
Empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: 10,88 Euro
Erhältlich im Etsy-Shop von DMS
Gesamtwertung: 4,6 von 5 Sterne
Urteil: Großartig!
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