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Das Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society steht auf dem Getränkewaren in einem Flugzeug.

„Terminal“ von Deadbolt Mystery Society: Mord über den Wolken

Die Deadbolt Mystery Society verschickt schon seit Jahren Kriminalfälle im Abo. „Terminal“ stammt aus der Anfangszeit des Unternehmens und erlaubt Fans der Society eine Reise in die Vergangenheit. Hier sieht man, dass auch die ersten Spiele aus der Ideenschmiede keinesfalls schlecht waren und wie stark sich die Krimispiele der Firma seitdem weiterentwickelt haben. Im Test verrate ich euch, wie gut „Terminal“ ist und wie ihr das Rätselspiel auch heute noch ganz einfach bekommt.


Als ich auf das Spiel „Terminal“ der Deadbolt Mystery Society (DMS) stieß, hatte ich sofort eine Idee, was mich erwarten könnte. Ich dachte an den gleichnamigen Film mit Tom Hanks über einen Mann, der aufgrund eines fehlenden Aufenthaltsstatus am Flughafen leben muss. Doch das Krimispiel zeigt: Die Realität ist oft härter als gedacht. Denn statt einer Komödie mit romantischen Elementen erwarteten mich ein brutaler Mord im Flugzeug, die Suche nach einem international gejagten Terroristen und die Frage, ob ich im Flugzeug künftig lieber auf Getränke verzichten sollte. Lest hier, worum es in dem älteren Krimispiel des Unternehmens aus den USA geht und ob ich den Fall lösen konnte.

Story: Dramatischer Gift-Mord über den Wolken

Auf einem Flug von Madrid nach New York bricht einer der Passagiere plötzlich zusammen. Es ist Blake Jefferson, ein junger Mann – und von Anfang an ist klar, dass sein Tod keine natürliche Ursache haben kann. Die Ermittler sind sicher, dass ein chemischer oder biologischer Kampfstoff verwendet wurde, um ihn zu töten. Nur: Warum? Gleichzeitig erreicht uns die Information, dass „The Wolf“, ein international gesuchter Terrorist, ebenfalls im Flugzeug war. Könnte er etwas mit dem Mord zu tun haben? Das Problem: Natürlich war das Flugzeug voller Menschen, und natürlich hatten einige davon nachweislich Kontakt mit Blake Jefferson. Neun Verdächtige gibt es – und die einmalige Chance, nicht nur Jeffersons Mörder dingfest zu machen, sondern auch zu ermitteln, wer „The Wolf“ ist.

Das Spielmaterial von „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society liegt ausgebreitet auf einem Tisch. Im Vordergrund ist das Briefing zu sehen, das es zur Einführung des Spiels gibt.
Viel Material, viele Rätsel: „Terminal“ ist einer der Krimi-Klassiker der Deadbolt Mystery Society.

Spielmechanik: Viele Rätsel und ein paar QR-Codes

„Terminal“ ist nicht nur eines der ältesten Spiele der Deadbolt Mystery Society, sondern geradezu historisch: Es erschien im September 2018, also im Gründungsjahr der Society, und ist der siebte große Fall, den das Unternehmen auf den Markt brachte. Die Spielmechanik ist deshalb im Vergleich zu aktuelleren Titeln wie „Curse of the Pharaoh“ noch sehr klassisch angelegt. In der Box befinden sich diverse Schriftstücke, meist Papiere im A5-Format oder in Postkartengröße. Auf manchen finden sich QR-Codes, die zu Webseiten führen, auf denen die Lösungen der Rätsel eingegeben werden können. Als Belohnung für eine richtige Antwort gibt es weiterführende Informationen.

Zwei Dinge sind am klassischen Format besonders spannend: Es gibt keine Barrieren und kein „Gating“ in Form von Umschlägen, die man erst später öffnen darf. Das komplette Material ist von Anfang an zugänglich. Das ist auch aufgrund der Masse der Dokumente zu Beginn leicht überfordernd. Trotzdem habe ich recht schnell und intuitiv einen Weg durch das Spiel gefunden. Außerdem geht es in „Terminal“ noch vollständig um das Thema Deduktion. Es gibt neun Verdächtige, und nach und nach erhält man durch das Lösen der Rätsel Informationen, um einen nach dem anderen von der Liste zu streichen, bis am Ende nur noch einer übrig bleibt: der Mörder und vielleicht sogar der gesuchte Terrorist „The Wolf“. Wer sich wie ein Ermittler fühlen will, wird das lieben.

Mehrere Karten mit den Bildern der beteiligten Personen aus dem Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society liegen auf einem Tisch.
Auch im Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society gibt es ein Opfer und zahlreiche Verdächtige, die nach und nach aussortiert werden müssen.

Material: Nicht schlecht, aber nicht so gut wie heute

Auch am Material lässt sich erkennen, wie sehr sich die Deadbolt Mystery Society im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat. Es ist gut gestaltet, wirkt allerdings stellenweise etwas bunt zusammengewürfelt und folgt noch keiner einheitlichen Designlinie. Bei den modernen Spielen sind die Komponenten grafisch deutlich ausgefeilter, was ihnen zugleich einen höheren Grad an Realismus verleiht. Manche Bestandteile ergeben außerdem einfach keinen Sinn. So gehört zum Beispiel eine Buchseite aus „Frankenstein“ zu den Requisiten. Sie trägt auf einer Seite Text und die Seitenzahl 24. Auf der Rückseite findet sich jedoch nicht etwa Seite 23, sondern das Buchcover. Zwar kapiert der Spieler durch die Kombination aus Seite und Buchcover, dass es sich um eine Seite aus „Frankenstein“ handelt, realistisch ist das aber natürlich nicht. Ich bin mir sicher, dass die Macher der Society das Design einer solchen Buchseite heute ganz anders lösen würden.

Rätsel: „Terminal“ ist perfekt für Codeknacker und Ermittler

Die Rätsel sind klassischer Natur und drehen sich vor allem um das Entdecken verschlüsselter Botschaften. Am Ende erhält man auf unterschiedliche Weise die Namen von Verdächtigen, die anschließend von der Liste gestrichen werden können. Zu diesem Ziel führt „Terminal“ auf ganz verschiedene Arten. Manche Rätsel liefern direkt eine Lösung, andere sind mehrstufig aufgebaut. Es müssen Informationen gefunden und kombiniert, Code-Mechanismen geknackt und Logikrätsel gelöst werden. Hinweise stehen wie immer bei der DMS in PDF-Dateien zur Verfügung, die online abgerufen werden können, falls man als Spieler mal nicht weiterkommen sollte.

Problematisch finde ich allerdings, dass viele Aufgaben etwas unlogisch wirken. Einige der Dinge, die für die Rätsel benötigt werden, befinden sich laut Story beispielsweise im Handgepäck des Opfers. Aber warum sollte etwas aus seinem Handgepäck verraten, welchen der neun Verdächtigen seines eigenen Mordes man nach der Tat ausschließen kann? Das ergibt meiner Meinung nach nicht wirklich Sinn. „Terminal“ ist als klassisches Rätselspiel konstruiert – über die innere Logik sollte man nicht allzu intensiv nachdenken. Was bei diesem Spiel wie eine Schwäche wirkt, ist aber zugleich ziemlich cool. Denn es zeigt erneut die Fortschritte der Entwickler im Laufe der Jahre.

Spielmaterial aus dem Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society liegt ausgebreitet auf einem Tisch. Vorn ist ein Blatt mit der Aufschrift „Top Secret“ zu sehen.
Top Secret? Bis jetzt! Im Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society muss ein gefährlicher Terrorist dingfest gemacht werden.

Fazit: Perfekt als klassisches Krimi-Rätselspiel

„Terminal“ ist ein richtig klassisches Spiel der Deadbolt Mystery Society und erlaubt einen Blick darauf, wie alles begann, bevor die Abenteuer immer aufwendiger, grafisch hochwertiger und dramaturgisch ausgefeilter wurden. Ich bin wirklich ein riesengroßer DMS-Fan – und es erfüllt mich mit großer Freude, wenn ich sehe, wie sich die Spiele der Society weiterentwickelt haben. Schwächen wurden ausgemerzt, neue Ideen entwickelt, neuartige Wege des Erzählens gefunden. Bei „Terminal“ stand noch der klassische Ausschluss-Mechanismus im Vordergrund. Heute stecken oft ganz andere Ideen hinter den Spielen, was jede Box der Society zu einem neuen Abenteuer macht.

Zugleich muss man deutlich sagen, dass „Terminal“ trotz der kleinen Schwächen, die man vielleicht findet, keinesfalls schlecht ist! Im Gegenteil: Als klassisches Rätsel- und Detektivspiel ist es wirklich hervorragend gemacht. Es gibt eine klare Aufgabe, einen klaren Weg dorthin – und dieser ist gespickt mit einigen harten Nüssen, die vor allem für Einsteiger knifflig sein können, aber trotzdem viel Spaß machen. „Terminal“ ist eine spannende Reise in die Vergangenheit, bei der man am Ende zum Glück wieder festen Boden unter den Füßen hat. Darauf einen Tomatensaft!

Bewertung Puzzle Hamster Sehr gut

Ergänzende Anmerkungen: „Terminal“ gibt es heute digital

Es versteht sich von selbst, dass das Spiel aufgrund seines Alters höchstens noch gebraucht erhältlich ist. Solche älteren Krimispiele aufzutreiben ist eine Qual, aber es ist nicht unmöglich. Wer sich auf die Suche machen will, wird meiner Erfahrung nach am besten in englischsprachigen Krimispiel-Gruppen auf Facebook fündig.

Allerdings geht es heute auch wesentlich einfacher! „Terminal“ gehört zu den Titeln, die inzwischen digitalisiert wurden und im Etsy-Shop der Deadbolt Mystery Society angeboten werden. Ob in den Jahren seit der Veröffentlichung etwas am Material oder an den Rätseln verändert wurde, kann ich nicht beurteilen, denn ich habe ein Exemplar des gedruckten Originals in meiner Sammlung. Mit der Etsy-Version spart ihr nicht nur Geld gegenüber dem physischen Spiel – auch Versandkosten und Zoll entfallen.

Für wen ist das Rätselspiel „Terminal“ geeignet?

  • Spieler ohne Flugangst, die schon immer im Flieger ermitteln wollten.
  • Fans der Deadbolt Mystery Society, die in die Vergangenheit des Unternehmens reisen wollen.
  • Krimi-Liebhaber, die nach einem neuen, spannenden Fall suchen.
  • Rätsel-Fans, die auf das Entschlüsseln von Codes stehen.
  • Nicht geeignet für Design-Nerds, die Wert auf überzeugend echtes Material legen.
Das Spiel „Terminal“ von der Deadbolt Mystery Society steht auf dem Getränkewaren in einem Flugzeug.

Bewertung und Infos
zu „Terminal“

Titel: Terminal
Anbieter: Deadbolt Mystery Society, USA
Genre: Krimi
Sprache: Englisch
Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
Schwierigkeit: mittel
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Spielerzahl: 1 bis 4
Preis: 16,12 Euro
Erhältlich im Etsy-Shop der DMS
Gesamtwertung: 4,1 von 5 Sterne
Urteil: Sehr gutes Spiel!

Habt ihr das Spiel gespielt, hat es euch gefallen oder eher nicht? Ich freue mich immer über den Austausch mit anderen Rätsel-Fans! Schickt mir eure Meinung per Mail an hallo@puzzle-hamster.de oder nutzt das Kontaktformular auf meiner Website. Ihr könnt auch ganz unten einen Kommentar zum Beitrag hinterlassen. Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

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